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Donnerstag, 21. September 2017

JORDAN RAKEI / Wallflower [Review]

Ein guter Eröffnungssong für ein Album ist für mich als Vinylhörer auch in den schnelllebigen Zeiten von MP3-Files, wo man ein Album in seine Filetstückchen zerlegen kann,  von immenser Wichtigkeit. "Eye To Eye", der Einstiegssong vom neuen Album des gebürtigen Neuseeländers JORDAN RAKEI ist ein perfekte Albumeröffnung.


Eine sanft - man möchte es schier als dahinplätschernd bezeichnen - akustische Gitarre, eine glasklare Soulstimme, die sich um sich selbst rankt, sind fast zwei Minuten lang in sich verschmolzen, ehe ein jazzig groovender Beat einsetzt und den Song immer mehr auftürmt. Eine Wolkenburg, ein Gigant, der bei mir genau das bewirkt, was er soll: Ich bin gefesselt.

Das zweite Stück, "May" beginnt James Blake-arti. Maschinenraumgeräusche, Pianoklänge, ein sich allmählich herausschällender Marschrhythmus, zu dem sich flirrende Keys gesellen und über all dem schwebt die warme Soulstimme Jordans. Wenn da mal nicht ein neuer großer Emotionenfreileger am Sehnsuchtshimmel aufgeht.

"Sorceress" war die erste Singleauskopplung, feine Soulnummer mit viel Jazz-Anleihen und viel Vocal-Schichten, aber eigentlich fast ein bisschen feige von der Plattenfirma (oder vom Künstler?) mit diesem Stück auf das Mauerblümchen (=Wallflower) aufmerksam machen zu wollen. Andererseits ist es ja oft so, dass die unscheinbaren Mauerblümchen gar nicht so unscheinbar sind wie man anfangs annimmt.



Wo Soul ist, ist Funk meist nicht weit. Bei "Nerve" groovt der 25-Jährige leichtfüssig mit einer funky Guitar - gespielt von Dave Okumu - um die Wette und stellt dann peu à peu ein ganzes Streicherorchester in den Hintergund. Ebenso groovig, aber etwas geschmeidiger, ist die etwas traditonellere Nummer "Goodbyes". Nach dem vierten Stück stelle ich fest, dass mich Jordan mit seiner Stimme und seinem Sound sehr an Omar erinnert, der Mitter der 80er mit der AcidJazz-Welle aus Großbritannien angespült wurde, obwohl er eigentlich als Vertreter des NeoSoul stand.



Neben "Eye To Eye", der innovativste Song auf "Wallflower" ist meiner Meinung nach "Clues Blues". Rakei experimentiert mit Ska, Reggae und Dub, setzt Posaunen und Saxophon ein, um zu erzählen wie man es am besten anstellt, dass das eigene Ego die volle Kontrolle darüber übernehmen kann, wie man sich in seinem Leben anstellt und wie man es wahrnimmt.

Wie er im Pressetext zum Album erläutert, hat seine Entscheidung Brisbane - bereits mit 3 Jahren zog Jordan von Neuseeland nach Australien - zu verlassen und nach London zu ziehen, wo er nun seit 2015 lebt, nicht nur seine Karriere, sondern auch sein Leben komplett verändert. Diese Erfahrung, tausende Kilometer enfernt von der Heimat und bisherigen Freunden sind die hauptsächliche Inspirationsquelle für "Wallflower" und auch für den "Clues Blues".

Bei "Chemical Coincidence" pulsiert der holprige Beat und der Multiinstumentalist (er schreibt, singt und spielt die meisten Instrumente auf seinen Platten selbst ein) streut dezente Space-Sound-Effekte ein, besonders schön das Orgel-Intermezzo und die sanfte Tempoverschärfung ab ca. 2:30. ScieneFiction-Jazz mit viel Soul - "Carnation" kommt auch mit auf den sternefunkelnden Space-Trip.

Mit dezenten, in den temporär schlurfenden Beat eingebetteten Handclaps sowie gospelartigen Chorpassagen kleidet Rakei den Song "Lucid", den man guten Tänzern sicher auch als progressiven Flamengo unterjubeln kann. Das vorletzte Stück "Hiding Place" erinnert wieder an die eingangs erwähnte britische Heulsuse Blake: Tiefe Molltöne, Voice-Sampling, Geräusche aus dem Maschinenpark und viel Melancholie.

Beim letzten Stück schweigt der Maschinenpark anfangs gänzlich, nur die akustische Gitarre und Rakeis Stimme eröffnen den dem Album den Titel gebenden letzten Track "Wallflower". Hypnotische Nummer mit Guest-Vocals von Kaya Thomas-Dyke.

Keine Frage, was sich auf dem 2016er Album "Cloak" angedeutet hat, ist nun eingetreten,  Jordan Rakei ist einer der elegantesten und vielversprechendsten Musiker dieser Tage, dem es vielleicht sogar, - sowie Kendrick Lamar beim HipHop - gelingt, den Soul auf eine neue Ebene zu heben. Die Voraussetzungen, die musikalischen Fertigkeiten und die Reife dafür hat er mit seinen 25 Lenzen bereits. Vielleicht wird aus dem Mauerblümchen, das am 22. September auf Ninja Tune erscheint, ja ein prächtiges Rosengewächs ;-)

Und noch ein Goodie vom Debüt-Album:


Tracklist:
01 Eye To Eye
02 May
03 Sorceress
04 Nerve
05 Goodbyes
06 Clues Blues
07 Chemical Coincidence
08 Carnation
09 Lucid
10 Hiding Place
11 Wallflower ft. Kaya Thomas-Dyke



Mittwoch, 20. September 2017

DROP LEGS Made My Day! Lizzy!


 

DROP LEGS
Homepage: https://www.droplegsband.com/
From: Queensland, Australia


Fünf Sonnyboys aus Australien machen exakt die Musik die man von ihnen erwartet, wenn man sie sieht. Sonnig. Bekifft. Laid back. "Lizzy" ist keine Ode an die britische Königin, sondern eine Ode an den Australischen Dollar, auf dem das Konterfei der Queen zu sehen ist. Wünsche uns allen ein paar mehr Lizzys in der Tasche und mehr Sonnenschein im Gemüt. MADE MY DAY!

Montag, 18. September 2017

QUICK & DIRTY: THE NATIONAL / Sleep Well Beast [Review]

Published: 08.09.2017
Label: 4AD
Genre: IndieRock, IndiePop, FolkPop
Country: New York, U.S.A.



Members:
Matt Berninger (Vocals), Aaron Dessner (Gitarre, Bass, Keyboard), Bryce Dessner (Gitarre, Keyboards), Bryan Devendorf (Schlagzeug), Scott Devendorf (Bass, Gitarre)


Er hat den schönsten Bariton des Planeten dieser Matt Berninger UND er weiß ihn in einzigartiger Weise einzusetzen. Wie gewohnt baut THE NATIONAL auf deren siebtem Album um die Stimme ihres Frontmannes ein kunstvolles Gebäude mit dunklen und noch dunkleren Räumen.

Es sollte also nicht verwundern, dass in den düsteren Zeiten die aktuell in den Vereinigten Staaten herrschen, die Schwermelancholiker aus New York ihr bisher bestes Album herausbringen.

Ironischerweise muss man feststellen, dass Trump im Weißen Haus - vielleicht sollte man das Adjektiv vor Haus temporär ins Gegensätzliche umkehren - dafür sorgt, dass bei den denkenden Kreativen auf der ganzen Welt ein Schub ausgelöst wurde und zahlreiche großartige Kunstwerke, selbst wenn sie nicht wirklich politisch sind, entstanden und entstehen. Da sieht man mal wieder, dass alles seine zwei Seiten hat, was aber natürlich nichts daran ändert, dass es nicht früh genug sein, dass dieser überzogene Selbstdarsteller wieder die Weltbühne verlässt.



Und was in anders an "Sleep Well Beast" im Vergleich zu den vorherigen The National-Alben?

Man lausche doch als Test einmal dem Song "Walk It Back" und überlege, von welcher Band man diese frickeligen elektronischen Klänge kennt, die hier vor allem am Ende des Songs stark hervortreten. Schuld sind Rheinländer! Ja, The National haben sich für einige Songs zwei Männer aus der verbotenen Stadt (D-Dorf) am Rhein ins Boot geholt und Jan Stephan Werner und Andi Thoma (Mouse on Mars) ist es wirklich geglückt, der Band zu einem weiteren Qualitätssprung zu verhelfen. Ein weiteres Paradebeispiel dafür ist auch, dass pulsierende, an The Notwist erinnernde, "I'll Still Destroy You".



Aber es gibt noch mehr Neuheiten auf "Sleep Well Beast".

Gitarren gab es auf The National-Alben schon immer, aber so Rabatz machen und sich in den Vordergrund spielen wie bei dem randalierenden "Turtleneck" und dem betörendem "Dark Side of the Gym" durfte sich das Saiteninstrument noch nie.

Für die Texte des neuen Albums hat sich Berniger verstärkt mit seiner Frau Carin Besser zusammengesetzt, wohl dementsprechend geht es oft um Beziehungsprobleme UND deren Lösungen - bin mir sicher, dass die Lösungsansätze vom weiblichen Part kamen ;-).

Der Kern des Problems und da stimme ich dem Ehepaar zu, scheint im Privaten UND im Öffentlichen darin zu liegen die Wahrheit zu erkennen. Das war schon immer schwer, ist in Zeiten von Fake-News und SocialMedia als Auskotzmittel aber nicht leichter geworden. Berniger und seine Gattin bringen es in ihren Texten immer wieder auf den Punkt: Wirklich Zuhören ist die Lösung.



Fazit: "Sleep Well Beas" ist im Prinzip ein konventionelles Rockalbum von Männern die lange genug im Geschäft sind, um sich nicht reinreden zu lassen, die genau wissen was sie wollen und die ihren eigenen Stil hingebungsvoll zelebrieren, sich aber auch immer wieder gerne neu befruchten lassen. Und im Gegensatz zu den greisen Stones, kann man in diesem Stil weiter machen, bis man vom Höckerchen fällt - von mir aus gerne weitere 18 Jahre.

Tracklist:
01 Nobody Else Will Be There
02 Day I Die
03 Walk It Back
04 The System Only Dreams in Total Darkness
05 Born to Beg
06 Turtleneck
07 Empire Line
08 I'll Still Destroy You
09 Guilty Party
10 Carin at the Liquor Store
11 Dark Side of the Gym
12 Sleep Well Beast

Samstag, 16. September 2017

COURTNEY BARNETT & KURT VILE Made My Day! Over Everything!


 

COURTNEY BARNETT & KURT VILE
Homepage: http://courtneybarnettandkurtvile.com/
From: Kent, Great Britain


In der Küche ist es ja immer so eine Sache, wenn zwei Chefköche gemeinsam den Herd beackern. Und wie schmeckt es, wenn zwei Künstler, welche die letzten Jahre im IndieRock geprägt haben, ein gemeinsames Süppchen kochen? Die Vorspeise, das Süppchen namens "Over Everything", ist leichtfüßig, präzise abgeschmeckt und mundet vorzüglich. Wie das Hauptgericht oder besser das ganze Menü gelingt, erfahren wir am 13. Oktober, denn dann soll die Co-Produktion zwischen COURTNEY BARNETT und KURT VILE unter dem Namen "Lotta Sea Lice" auf die Speisekarte kommen. Guten Appetit! MADE MY DAY!

Donnerstag, 14. September 2017

NEW SONGS Vol. 164: JOEL JEROME / Cosmic Dancer ... RODDY WOOMBLE / On N’a Plus De Temps ... THE DARTS / The Cat's Meow ... MALENA ZAVALA / Should I Try


JOEL JEROME / Cosmic Dancer

Stetige Leser dieses Blog wissen, dass ich ein Herz für nerdige Folk-Typen habe. JOEL JEROME ist definitiv so ein Typ! Der Burger Records-Produzent (z. B. Cherry Glazerr), Multiinstrumentalist und Songwriter aus Kalifornien covert alles, was nicht schnell genug auf den Bäumen ist und macht daraus seltsam verträumte Popnummern. Psychedelischer DreamPopFolk, wenn man so möchte. Auf seinem neuen Album "Cosmic Bear Jamboree" nimmt er sich u. a. den Marc Bolan-Song "Cosmic Dancer" zur Brust und machte daraus etwas Schwebendes.

Das charmante Album mit dem unglaublich kitschigen Artwork ist eine Quelle der Freude für Menschen, die glattgebügelte und genormte Popsongs verabscheuen. Und wie heißt es im Pressetext so schön: "Der perfekte Soundtrack um high in den Straßen von L.A. Fastfood zu essen." Slack it Baby!




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RODDY WOOMBLE / On N’a Plus De Temps

Roddy Womble? Nie gehört. Idlewild? Aaah!

Vor einigen Tagen erschien "The Deluder", das neue Solo-Album vom Idlewild-Frontmann. Darauf befindet sich auch das geisterhafte Duett "On N'a Plus De Temps", welches es mir besonders angetan hat - französische und englische Vocals können von mir aus gerne in viel mehr Songs eingesetzt werden.

Die weiblichen Vocals stammen von Hannah Fisher, die eingeschworene Idlewild-Fans wahrscheinlich als Violistin von einigen Alben kennen.

Für die demnächst erwachende Herbstmelancholie ist RODDY WOOMBLEs "The Deluder" wie gemacht. Zum Vinyl ein kubanischer Rum und eine Zigarre und man hält bestimmt durch bis zum nächsten Frühjahr.




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THE DARTS / The Cat's Meow

Miezekatze! Miez! Miez! Mit Kötern habe ich es nicht so, da gibt es in der Nachbarschaft den ein oder anderen, dem ich gerne die Stimmbänder entfernen möchte - aber Katzen sind doch was ganz Besonderes!

Den vier miauenden Damen THE DARTS aus Phoenix / L.A. habe ich auf jeden Fall sofort die Katzenklappe geöffnet. Defintiv keine Stubentiger, sondern echte Streuner, die in der Garage übernachten und am nächsten Morgen das fuzzy Meerschweinchen aus Nachbars Garten auf die Willkommenmatte legen.

Nur Katzenkacke, das man das Album auf Vinyl bei deutschen Dealern wieder mal gar nicht bekommt - aber die Damen planen für 2018 eine Europatour, also deutsche Clubs öffnet eure Katzentürchen!




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MALENA ZAVALA / Should I Try

Buenos Dias Argentina! Die Dame, deren Namen klingt als käme sie aus dem Osten Europas, wurde in Argentinien geboren und arbeitet als Künstlerin und Filmemacherin.

Musikalisch ließ sich MALENA ZAVALA von südamerikanischen Gitarrenspielern, aber auch von Künstlern wie Devendra Banhart oder Beach House inspirieren. In "Should I Try" erzählt sie von Zukunftsängsten, die einem im Wege stehen und plädiert dafür, die Dinge auch einfach mal laufen zu lassen. Dem stimme ich zu ;-)


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Mittwoch, 13. September 2017

GIRL RAY Made My Day! Don't Go Back at Ten!


 

GIRL RAY
Homepage: https://girlray.bandcamp.com/
From: London, Great Britain


Drei Junge Damen aus London klingen als kämen sie von der anderen Seite des großen Teiches und lieben laut eigenem Facebook-Statement Bands wie Pavement, Neutral Milk Hotel, Pixies, Cate Le Bon, aber auch ABBA, Bowie, The Beatles und die Beach Boys. Hört man beim Song "Don't Go Back at Ten", aber auch vor allem auf dem im letzten Monat auf Moshi Moshi Records erschienen Album "Earl Grey". LoFi aber High Class! MADE MY DAY!

Montag, 11. September 2017

OLD-Shit: FINLEY QUAYE / Maverick A Strike (1997)

HERZPLATTENREMEBER THAT OLD SHIT
Kategorie: Reggae, Funk, Soul, Pop
Veröffentlichung: 1997

 

1997 debütiert ein Schotte namens FINLEY QUAYE mit dem Album "Maverick A Strike". Finley ist damals bereits Mitte 20. Sein Vater ist der Jazz-Musiker Cab Kaye und seine ältere Schwester Terri, die unter dem Namen Theresa Naa-Koshie Auftritte absolviert, Jazz-Sängerin, sein Halbbruder Caleb Quaye verdient sich sein Geld als Rock-Gitarrist bei Größen wie Elton John, Mick Jagger oder Paul McCartney. Finley ist der jüngste Spross von Cab und seiner dritten Frau Sharon - ein echter Nachzügler.

Finley geht in London, Manchester und Edinburgh zur Schule, beendet diese Laufbahn aber ohne Abschluss. Zuerst verdient er sich Geld als Autolackierer, Fischfänger, Gerüstbauer, etc., ehe die musikalischen Gene in seine DNA durchschlagen.

Der Musikstil, der in seiner Kindheit stets präsent war, ist Jazz, was nicht nur an seinen Eltern und seinen Geschwistern, sondern auch an seinem Taufpaten Duke Ellington lag. Aber mit seinem Debüt geht Finley einen anderen Weg, denn nicht Jazz, sondern Reggae, Blues, Retro-Soul und afrikanischen Rhythmen, aber auch zeitgenössische Beats sind die Zutaten auf "Maverick A Strike" die einen ganz eigenen Musikcocktail hervorbringen.

In England wurde das Debütalbum ein Megaseller und zweifach mit Platin ausgezeichnet. Die Singles "Sunday Shining" (ein Bob Marley-Cover)  und "Even After All" platzierten sich in den UK-Top-20-Charts. International schafft es "Maverick A Strike" allerdings nicht gebührend auf sich aufmerksam zu machen.



Warum, ist kaum nachvollziehbar, denn das Album ist trotz seiner Sperrigkeit und der etwas knödeligen Stimme von Finley gespickt mit Songs, die man nie mehr aus dem Kopf bekommt und  die jetzt schon seit 20 Jahren zu meinen Lieblingsliedern zählen.

Die Hits sind natürlich das ultarelaxte Marley-Cover "Sunday Shining", das ich wegen der Gitarren- und Bläserparts zu den gelungensten Coversongs aller Zeiten zähle. Das Liebeslied "It's Great When We're Together", das mit seinen Geigen und besonders den Orgelsequenzen und den LoFi-Beat an den Soulklassiker "Lovely Day" erinnert. Der Übersong aber ist "Even After All", der Jazz, Reggae und Pop in einer herzerwärmenden Ballade so miteinander verschmilzt, wie es vorher noch niemandem geglückt ist.



Aber auch die anderen 10 Stücke des Albums sind auch heute noch erfrischend für die Ohren, denn so wie Quaye 1997 hat niemand mehr das eigentlich sehr eng geschnürte Genre Reggae aufgebrochen. Es dreht sich zwar viel um die Liebe auf "Maverick A Strike", aber wenn es so charmant in Töne verpackt ist wie beispielsweise "Your Love Gets Sweeter", kann der Tiefgang ruhig auch mal auf der Strecke bleiben.



Den damals schon wieder abschwellenden TripHop, den Massive Attack mit dem legendären Album "Blue Lines" 1991 einen Höhenflug bescherten, widmet sich Finley bei den Songs "Falling" und "Supreme I Preme" auf seine ganz eigene Art. Gleichfalls interessant wie er im Instrumentalstück "Red Rolled And Seen" afrikanische Rootsmusik aufgreift und bei "The Way Of The Explosive" dem Dub frönt. Selbst einen kleinen Ausflug in psychedelische Gefilde ("I Need A Lover ") kann sich Quaye nicht verkneifen.



Schade nur, dass Quaye nie mehr an den Höhenflug seines Debütalbums anknüpfen konnte, obwohl er 2000 mit "Vanguard" ein weiteres gutes Album herausbrachte. 2004 folgte in Kooperation mit William Orbit und dem Song "Dice" zwar ein kleiner Hit, aber aus den großen Schatten von "Maverick A Strike" hat es Finley Quaye bisher nie mehr herausgeschafft.

Von 2005 an lebte Quaye in Berlin. Ab und an hörte man - meist über Kollaborationen mit anderen Musikern - etwas über den Onkel von Tricky  (warum hieß wohl dessen Debüt "MaxinQuaye"? ;-) ) und es erschienen 2012 ("28th February Rd.") und 2014 ("Royal Rasses") nach langjähriger Abstinenz auch neue Alben, aber die letztjährigen, negativen Schlagzeilen lassen eher befürchten, dass der Schatten von "Maverick A Strike" für immer dunkel auf Finley liegt. Es wäre sehr schade um diesen großartigen Musiker!

Tracklist:
01 Ultra Stimulation
02 It's Great When We're Together
03 Sunday Shining
04 Even After All
05 Ride On And Turn The People On
06 The Way Of The Explosive
07 Your Love Gets Sweeter
08 Supreme I Preme
09 Sweet And Loving Man
10 Red Rolled And Seen
11 Falling
12 I Need A Lover
13 Maverick A Strike



Sonntag, 10. September 2017

5K HD Made My Day! Gimme!


 

5K HD
Homepage: http://www.5khd-music.com/
From: Wien, Österreich


Pling und Plong können einen der Tag auch verschönern! Die Band mit dem futuristisch klingenden Namen 5K HD - klingt wie ein neues Fernsehformat - macht Musik die man entweder als jazzartige Kammermusik mit elektronischen Verfeinerungen oder als elektronische Kammermusik mit Jazz-Attitüde bezeichnen könnte. Hört man "Gimme" zu oft am Stück, kann das viele "Gimme, Gimme, Gimme" von Sängerin Mira Lu Kovacs etwas auf die Nerven gehen, aber in Verbindung mit dem Freiflug des perfekt auf die Musik passenden Videos hat das Stück etwas faszinierend Hypnotisches. Wir oszillieren! MADE MY DAY!


Für Genre-Kenner: 5K HD (Manu Mayr, Martin Eberle, Benny Omerzell, Lukas König) ist nichts anderes als die 4 Jungs von Kompost 3 + Mira Lu Kovacs.

Freitag, 8. September 2017

RUFUS COATES & THE BLACKENED TREES Made My Day! Foothpaths of Shame!


 

RUFUS COATES & THE BLACKENED TREES
Homepage: http://www.rufuscoates.com
From: Dublin, Ireland


An wen wird man wohl denken, wenn man diesen Song ohne irgendwelche visuelle Unterstützung hören würde? Richtig, diese tiefe Stimme, dieser dunkle, atmosphärische Blues lässt unweigerlich Gedanken an Nicholas „Nick“ Edward Cave frei werden. Tatsächlich handelt es sich aber um einen Song von Rufus Coates & the Blackened Trees einer Band, die aus Irland stammt, aber seit geraumer Zeit in Berlin residiert – wie es Nick Cave ja auch einst tat. An der Seite von Rufus singt bei "Foothpaths of Shame" übrigens Bandmitglied Jess Smith - nicht Kylie Minogue ;-). Song und Video MADE MY DAY! Der Herbst kann kommen ....

Mittwoch, 6. September 2017

KING GIZZARD & THE LIZARD WIZZARD with MILD HIGH CLUB / Sketches of Brunswick East [Review]

Wenn ich mir was wünschen dürfte, hätte ich mir wahrscheinlich gewünscht, dass sich der psychedelische Jazz-Sound des MILD HIGH CLUB  mit dem spacig, psychedelischen Rock von KING GIZZARD verbindet. 

Wünsche werden manchmal doch wahr, denn mit ihrem dritten Album in diesem Jahr, versprochen sind 5 (!), holen die Australier King Gizzard & The Lizard Wizard  den kalifornischen Mild High Club an Bord, um das berauschendste Album des Jahres zu gebären.


Eine einzelne Besprechung der Songs macht genauso wenig Sinn, wie bei den anderen beiden bisher in diesem Jahr veröffentlichen Platten, denn obwohl alle drei sehr unterschiedlich sind, haben die Alben eine entscheidende Gemeinsamkeit: Es sind Werke, die man im Flow genießen muss und keinesfalls zerpflücken sollte!

Bei "Flying Microtonal Banana" (Review) erhält man einen psychedelischer Trip durch fernöstliche Welten, beim nicht ganz so starken "Murder of the Universe" eine Art Horror-Psychedelic-Rock-Oper in 21 Teilen. "Sketches of Brunswick East", dessen Albumtitel natürlich auf Miles Davis Jazz-Meisterwerk "Sketches of Spain" aus dem Jahr 1960 anspielt - Brunswick East ist übrigens ein Stadtteil von Melbourne, in dem die Band ihr Studio hat - ist nun lupenreiner psychedelischer FusionJazz.



Die Zusammenarbeit mit dem Mild High Club kam zustande, weil dessen Mitglied Alex Brettin 2016, das Jahr in dem der Club mit "Skiptracing" sein bisher bestes Album veröffentlichte, beim von King Gizzard konzipierten Gizzfest auftrat und anschließend ein paar Wochen bei Gizzard-Mastermind Stu Mackenzie wohnte.

Die beiden nahmen in dieser Zeit Soundskizzen auf ihren iPhones auf, aus denen dann die Idee für "Sketches of Brunswick East" konzipiert wurde. Und weil man ja in diesem Jahr noch zwei weitere Alben herausbringen muss, ging es dann auch im Studio ganz flott, denn in nur drei Wochen war das Album im Kasten.



12 Songskizzen, man kann es wirklich so bezeichnen, denn es wirkt mitunter, als ob eine Jazzcombo im Rausch einen Jam spielt und immer wieder die Richtung (diese Mal weniger Fernost, sondern mehr Nordafrika) ändert, gilt es auf dem drittem Album 2017 zu erkunden.

Es ist mit Abstand das leichtfüssigste und entspannendste Album der Australier und vielleicht sogar das virtuoseste, denn es wandelt ganz eindeutig auf den Spuren von "Skyptracing", obwohl man die beiden eigentlich doch nicht miteinander vergleichen kann, denn es ist definitiv ein King Gizzard-Album.



Man hätte nach dem zweiten Werk die Vermutung haben können, dass den umtriebigen Australiern vielleicht die Luft ausgeht, aber mit "Sketches of Brunswick East" liefern die Psychedeliker ein Meisterstück und man mag sich kaum vorstellen, was die beiden noch ausstehenden Alben in diesem Jahr noch bringen werden? Was liegt da eigentlich in der Luft in Australien? Möge der Vibe weiterhin mit euch sein!

P. S.: Leider gibt es das Album auf Vinyl erst ab Mitte Oktober.

Tracklist:
01 Sketches of Brunswick East I
02 Countdown
03 D-Day
04 Tezeta
05 Cranes, Planes, Migraines
06 The Spider and Me
07 Sketches of Brunswick East II
08 Dusk to Dawn on Lygon Street
09 The Book
10 A Journey to (S)hell
11 Rolling Stoned
12 You Can Be Your Silhouette
13 Sketches of Brunswick East III

Sonntag, 3. September 2017

QUIET SLANG Made My Day! Bad Art & Weirdo Ideas!


 

QUIET SLANG
Homepage: http://www.beachslang.com/
From: Philadelphia, U.S.A.


Normalerweise hat die PunkRock-Band BEACH SLANG mit leisen Tönen nichts am Hut, aber nun hat Frontmann James Alex mal den Fuß vom Gaspedal genommen und unter dem entsprechend abgeänderten Bandnamen Quite Slang eine Akustik-EP namens "We Were Babies & We Were Dirtbags" aufgenommen. Auf der am 20.10.2017 erscheinenden EP sind zwei entschleunigte Beach Slang-Songs und zwei Cover-Versionen, die nur mit Cello und Klavier begleitet werden. Der Song "Bad Art & Weirdo Ideas" vom Beach Slang-Debütalbum "The Things We Do To Find People"  (2015) ist in der Quiet Slang-Version ein echter Schmeichler mit Streichern und Klavier, der davon lebt, dass er irgendwie nicht richtig in die Puschen kommt. MADE MY DAY!

Beach-Slang-Version:

Freitag, 1. September 2017

NEW SONGS Vol. 163: CAR SEAT HEADREST / War Is Coming If You Want It ... BALAGAN / Moonlight ... FEMME EQUATION / PSYCHOTROPIC ... KELE OKEREKE / Streets Been Talkin'



CAR SEAT HEADREST / War Is Coming If You Want It

Dass Will Toledo, das Mastermind der IndieRocker CAR SEAT HEADREST politisch engagiert ist, sollte für jeden, der sich einmal mit den Texten der Band beschäftigt hat, kein Geheimnis sein. Dazu passt, dass die Band nun auf Bandcamp einen neuen Song anbietet, dessen Erlös an den Transgender Law Center geht.

"War Is Coming If You Want It" ist ein Lied gegen das Töten, ein musikalischer Aufruf, das Morden auf der Welt zu stoppen und ein typisch schräger Car Seat Headrest-Song, der in keiner Sammlung fehlen darf: "Now is the time to cast the screenplay aside and try to create some space between the lines. To lift up your voice and change someone's mind. Because war is coming, if you want it."




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BALAGAN / Moonlight

Berliner-Underground-Bands wie Haxxan, Plastic Gods oder Haangli kennen wahrscheinlich nur Hauptstadt-Insider. Die Band BALAGAN (bedeutet so viel wie "Chaos"), welche sich aus Mitgliedern dieser Bands speist, die aus Israel und Island (Berlin du bist sooo f****** internatinoal) stammen, hat allerdings das Potential, den lokalen Heldenstatus zu überwinden.

Der kraftvolle Sound der ersten Single "Moonlight" von der Debüt-EP "A Mess", die schrammelnden Gitarren und die dahingerotzten Vocals machen jedenfalls Laune und verlangen nach mehr.




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FEMME EQUATION / PSYCHOTROPIC

Ihre Melodien kommen im Schlaf zu ihr, sagt die Schwedin Lina Westin, die ihren Stil bei ihrem Soloprojekt FEMME EQUATION als "Transcendental Pop" bezeichnet.

Westin
wohnt in der schwedischen Hauptstadt Stockholm, hat aber bereits in Berlin, New York, Singapur, Thailand, Indien und Costa Rica gelebt. Das Globetrotter-Leben hat auch Einfluss auf ihrem psychedelischen Pop, der zwar eine typische skandinavische Düsternis in sich birgt, aber mit federleichten Tropical-Beats angereichert wird. Bei "Psychotropic" fasziniert allerdings vor allem die tiefe kraftvolle Stimme der Schwedin und die ausgeprägte Dramaturgie des anschwellenden Songs.




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KELE OKEREKE / Streets Been Talkin'

Am 6. Oktober soll das mittlerweile dritte Solo-Album "Fatherland" von Bloc Party-Frontmann KELE OKEREKE erscheinen. Es scheint eine Trendwende zu sein, denn wenn Kele bisher vor allem mit elektronischen Sounds und sehr tanzbaren Rythmen arbeitete, sprechen die ersten Veröffentlichungen aus "Fatherland" dafür, dass Kele die Zeit reif dafür fand, den Dancefloor zu verlassen und Musik mit Seele zu machen, was dem Albumtitel nach wohl auch daran liegt, dass Kele mit seinem Partner im letzten Jahr ein Töchterchen bekam.

"Streets Been Talkin'" ist einer der ersten Songs, die Kele für das neue Album schrieb - eine bittersüße Ode im Folkgewand an die Romantik und die Vergänglichkeit, der man anhört, dass sich der Brite für dieses Album von Songwriter-Größen wie Elliott Smith, Nick Drake, Joni Mitchell, aber auch Soullegenden wie Al Green inspirieren ließ.








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Montag, 28. August 2017

SARAH CRIPPS Made My Day! Leave Behind!


 

SARAH CRIPPS
Homepage: https://soundcloud.com/sarahcripps
From: Toronto, Canada


Bisher klangen die Songs von Sarah Cripps aus Toronto ziemlich nach traditionellem Country. Mit ihrer ersten Single vom kommenden Album zeigt die Singer/Songwriterin, die sich bereits mit dem Titel „Toronto Independent Music Award Winner” schmücken kann, aber eine andere Seite.

"Leave Behind" ist ein melancholischer, deutlich weniger im Country verwurzelter Song, der aber sehr viel Wärme und Wohligkeit ausstrahlt. Laut Cripps befand sie sich während der Arbeit am neuen Album in einer turbulenten Lebensphase - was man dem Stück zweifelsohne anmerkt. Mir gefällt "Leave Behind" so gut, dass ich es als Neuzugang in meiner Funeral-Playlist vormerke.  MADE MY DAY!

Donnerstag, 24. August 2017

SHEER MAG / Need To Feel Your Love [Review]

70's Rock ist doch seit Jahrzehnten eigentlich mausetot! Das hören doch nur noch die Ewiggestrigen, die den Anschluss an das aktuelle Musikgeschehen seit Jahren verloren haben!

Dachte ich, aber 2014 formierte sich in Philadelphia eine Band namens SHEER MAG, deren Logo so aussieht, als seien sie 1972 gegründet worden. Die vier Herren des Quintetts tragen lange Haare wie es in den Siebzigern gang und gäbe war. Nur Frontfrau Tina Halladay bevorzugt ein eher punkiges Outfit.


Musikalisch spiegelt sich diese Diskrepanz ebenfalls wider, denn Sheer Mag spielen wie Punks, die sich im Vollrausch an einem Best-of-70s-ClassicRock-Album vergehen. Beim ersten Hören des Debütalbums "Need To Feel Your Love" dachte ich „What the F***????“ und drehte die Volume niedriger. Beim zweiten Durchhören dachte ich ganz schön funky und da steckt aber schon auch eine ordentliche Portion Ramones drin und beim dritten Durchlauf drehte ich lauter und stellte mir die Frage, wieso nicht früher jemand auf die Idee gekommen sei, Macho-Schweinerock mit Disco und Punk zu vermählen.

Ehrlicherweise muss man zugeben, dass die Kombination wahrscheinlich auch nur deswegen so gut funktioniert, weil Miss Halladay, die aussieht wie eine Schwester von Beth Ditto, eine richtig dreckige Röhre hat und die Produktion wie aus der Garage klingt. Also keine polierte Stimme und exzellent ausbalancierte Aufnahmen, sondern prähistorische Gitarrensoli im Punkrausch.

Das Album beginnt ganz grauenhaft! Bevor die Stimme einsetzt, denkt man eine Status Quo-Scheibe läuft etwas zu schnell, dann wenn sie einsetzt, denkt man an AC/DC ("TNT"), irgendwann kommt einem aber auch "Teenage Kicks" von The Undertones in den Sinn und am Ende sogar Hawkwind! Alles bei einem Song! Als wäre es nicht schon schlimm genug, wird dann auch noch ein Gitarrensolo abgefeuert und dazu Konzertjubel gemixt. "Meet Me In The Street" ist wirklich ein Opener, der es in sich hat!

Vollbremsung, Steuer rumreißen und ab in eine andere Richtung. "Need to Feel Your Love" beginnt mit einem funky 70er Groove, nicht so sauber und fett produziert wie ihn die hübschen Mädchen damals zum Tanzen bevorzugten, aber doch extrem tanzbar - da steckt schon auch eine Prise Gossip drin. Geben wir dem Kind einem Namen: DiscoFunk-PunkRock.



Der Song, der mich als erstes einfing, ist Song Nummer 3 des Albums: "Just Can't Get Enough". Wieder Riffs aus der Steinzeit der Rockmusik und ein jeden Gitarristen zur Selbstbefriedigung führendes Gitarrensolo - but I like it! Als gaaaanz kleiner Junge mochte ich auch Kiss total gerne und habe mich zu Karneval entsprechend maskiert - jetzt ist es raus!



Lange hat mir ein Album nicht mehr so viel Spaß bereitet! Beim Mitgröhler "Expect The Bayonet" kann man doch gar nicht miesepetrig sein oder schlägt mein nicht mehr ganz taufrisches Alter jetzt doch voll durch????

Riff auf Riff und Lick auf Lick geht es immer weiter! Bei "Rank And File" denk ich an juvenile Schlachten im Auto-Scooter gegen Typen in Jeansjacken mit Adlerflügeln auf dem Rücken.

Bei "Turn It Up" frag ich mich, ob der Schnäuzer auch irgendwann wieder den Weg aus der Nische zurück in den Mainstream findet. Hallelujah! Hook! Hook! Hook!



Geradezu virtuos eröffnet "Suffer Me", ehe ein Disco-Stomp einsetzt und Halladay das Ding dermaßen soulful rockt, dass man gar nicht mehr richtig ausmachen kann, was man da hört, aber was es auch ist, es ist gut. Gibt es eigentlich schon Sheer Mag-Patches für die Jeansjacke?

Die Discokugel dreht sich weiter bei "Pure Desire", das man schon zwischen den Nile Rodgers Hits "Good Times" und "Lost in Music" laufen lassen kann.

Vollbremsung, Steuer rumreißen und ab in eine andere Richtung. Country-Ballade? Auf jeden Fall ist "Until You Find The One" das ruhigste Stück des Albums.

Nur langsam wird wieder Fahrt aufgenommen. "Milk And Honey" ist mehr Pop als Rock, aber beim exzellenten "Can't Play It Cool" sind die Riffs wieder zurück und "(Say Goodbye To) Sophie Scholl" ist doch im Grundprinzip eine potentielle Hitnummer, oder?

"Need To Feel Your Love" lässt mich verstört, aber auch glücklich zurück. Wozu Musik doch alles in der Lage ist! Schöööööööön.

Tracklist:
01 Meet Me In The Street
02 Need to Feel Your Love
03 Just Can't Get Enough
04 Expect The Bayonet
05 Rank And File
06 Turn It Up
07 Suffer Me
08 Pure Desire
09 Until You Find The One
10 Milk And Honey
11 Can't Play It Cool
12 (Say Goodbye To) Sophie Scholl


Mittwoch, 23. August 2017

NEW SONGS Vol. 162: LAURA CARBONE / Cellophan Skin ... ADULT. / Uncomfortable Positions ... BRNS / Pious Platitudes ... MAJKEN / Corner Of 69


LAURA CARBONE / Cellophan Skin

Die in Sinsheim geborene deutsch-italienische Sängerin LAURA CARBONE schaffte es, 2015 mit Crowdfunding ihr erstes Soloalbum "Sirens" zu veröffentlichen. Darauf zu hören sind melancholische Songs zwischen IndiePop, IndieRock und NewWave.

Man merkte dem Album an, dass sich Laura nach dem Split von ihrer Band Deine Jugend noch in der Orientierungsphase befand, aber trotzdem war schon zu erkennen, dass man von Frau Carbone in Zukunft noch mehr erwarten kann.

"Sirens" führte dazu, dass Laura 2016 beim Amphi-Festival in Köln auftreten durfte, sie spielte ebenfalls beim renomierten South by Southwest in Texas und durfte The Jesus And Mary Chain auf deren Europa-Tour supporten.

Letzteres scheint nicht ganz ohne Folgen gewesen zu sein, denn bei ihrer neuen Single "Cellophan Skin" lässt es die Sinsheimerin ganz schön krachen. Bisher ihr stärkster Song! Herzlich willkommen Noise, Feedback und eine geregelte Portion Chaos im Musikkosmos von Laura Carbone. Das neue Album soll noch in diesem Jahr auf Duchess Box Records erscheinen.




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ADULT. / Uncomfortable Positions (feat. Lun*na Menoh)

Das Künstlerehepaar Nicola Kuperus und Adam Lee Miller aus Detroit macht bereits seit 1997 unter dem Namen ADULT. elektronische Musik.

Auf ihrer Homepage steht unter Manifest:

"Let us explore new modes of music making. Let us take the intensity of the studio session and drop it into the home. If the "avant-garde" is thought to be un-domestic then what impact does this domestic situation have on the shape and sound of our project? Can the radical even exist inside the domestic? It's so private in the home. How vulnerable are we? Are the shades down and the curtains drawn? Can we become out of order? A rug turned at a slight angle, resisting not to straighten it as you pass by. The merger of soft and dark sides, melodic voices and angular jabs, organic and pre-programmed, dinner parties and carry out. A dislocated and disjointed dance."

Auf "Uncomfortable Positions", zusammen mit der japanischstämmigen und in L. A. lebenden Künstlerin Lun*na Menoh realisiert, trifft so Einiges davon zu, was die beiden sich auf die Fahne geschrieben haben. Das künstlerisch anspruchsvolle Video wurde in einem Take gedreht!

"Uncomfortable Positions" befindet sich auf dem aktuellen Album "Detroit House Guests", welches sich als kollaboratives Projekt versteht, denn ADULT. haben unter der Prämisse des gemeinsamen Lebens und Arbeitens verschiedene Künstler für einen Zeitraum von je drei Wochen zu sich ins Studio eingeladen. Das Werk bietet Kollaborationen mit einer ganzen Reihe verschiedener Künstler*innen – u. a. Douglas J McCarthy von Nitzer Ebb, und Michael Gira von Swans.




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BRNS / Pious Platitudes

Das belgische Quartett BRNS (sprich: Brains) experimentiert mit flächigen und sehr komplexen Soundstrukturen. Meist im düsteren Klangkosmos angesiedelt, entstehen hypnotische Songs mit mal mehr und mal weniger dezenten PostRock-Eruptionen. Das erinnert stellenweise an Radiohead, manchmal an Mogwai und seltener an Tortoise.

Der blutige Clip zum fabelhaften "Pious Platitudes" ist nichts für zartbesaitete Gemüter - aber sehenawert ist er schon!

BRNS besteht aus Timothée Philippe (Gesang, Schlagzeug), Antoine Meersseman, Diego Leyder und Cèsar Laloux. Das Album "Sugar High", der zweite Longplayer der Belgier, wird am 06. Oktober über Yotanka Productions veröffentlicht.




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MAJKEN / Corner Of 69

Wie der Name schon vermuten lässt, stammt die Singer/Songwriterin MAJKEN aus Skandinavien, genau genommen Dänemark.

Seit geraumer Zeit lebt und arbeitet Majken in Los Angeles, wo sie nun am 25.08. ihr Debütalbum "Dancing Mountains" auf Deronda Hotel Records veröffentlicht, welches sie auf Reisen zwischen L.A., Paris und den Fjorden ihrer Heimat schrieb.

Beeinflusst vom Pop der Sixties und von Größen wie Velvet Underground und Leonard Cohen kreiert Majken melodiösen IndiePop, dem man die Vorbilder anhört. "Corner of 69" ist die zweite Singleveröffentlichung von drei vorab präsentierten Stücken und mein Lieblingsstück vor allem wegen des herrlichen Lofi-Videos, bei dem Majken - trotz ihrer musikalischen Vorbilder - sehr sympathisch gute Laune verströmt.








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Sonntag, 20. August 2017

QUICK & DIRTY: THE SECRET SISTERS / You Don't Own Me Anymore

Published: 09.06.2017
Label: New West Records
Genre: Americana, Folk, Singer/Songwriter
Country: Alabama, USA




Members:
Laura and Lydia Rogers

In Alabama in einer musikalischen Familie aufgewachsen, der Großvater und die Brüder gründeten die Band The Happy Valley Boys, bleibt einem wahrscheinlich nichts anderes übrig, als ebenfalls Musik zu machen.

Angefangen haben die beiden Schwestern Laura und Lydia im heimatlichen Kirchenchor, dann aber wollte Laura eine Businesskarriere anstreben und Lydia schien die einzige weibliche Stimme der Familie zu sein, die gehört werden wollte.

Wie das Leben so spielt, war aber dann doch Laura diejenige, die dafür sorgte, dass die beiden ins Musikbusiness fanden, als sie alleine - da Lydia verhindert war - 2010 an einem Vorsingen bei einem Plattenlabelboss in Nashville teilnahm. Dem Boss gefiel, was er hörte. Beim nächsten Treffen brachte Laura dann ihre Schwester Lydia mit und schon waren THE SECRET SISTERS geboren.



Kurze Zeit später ging es zu Demoaufnahmen nach Los Angeles und im Oktober 2010 erschien das Debütalbum "The Secret Sisters", welches es auf Anhieb auf Platz 27 in die US-Country-Charts schaffte. Das zweite Album "Put Your Needle Down" erschien 2014 und erreichte Rang 18.

Dann begann eine turbulente Zeit für die Schwestern. Ihre Plattenfirma Repuplic Universal Records setzte sie vor die Tür und ihr Manager verklagte sie, aber L&L beschlossen nicht aufzugeben, sondern weiter Musik zu machen.



Sie fanden ein neues Zuhause beim Label New West Records und auch wenn die Chartsfakten noch etwas hinter dem Zweitling zurückliegen, ist das nun erschienene Album "You Don't Own Me Anymore" das bisher beste Album der Schwestern geworden.

Wahrscheinlich muss man einfach tiefe Täler durchschreiten, um solch großartige Stücke wie "He's Fine", "You Don't Own Me Anymore", "The Damage" oder "Carry Me" zu schreiben.

Prädikat: Emotionaler CountryFolk mit liebreizenden Harmonien und Melodien - ideal als auch Begleiter bei Trennungsschmerzen - nicht nur in Americana ;-)



Tracklist:
01 Tennessee River Runs Low
02 Mississippi
03 Carry Me
04 King Cotton
05 Kathy's Song
06 He's Fine
07 To All the Girls Who Cry
08 Little Again
09 You Don't Own Me Anymore
10 The Damage
11 'Til It's Over
12 Flee as a Bird

Donnerstag, 17. August 2017

LCD SOUNDSYSTEM Made My Day! Tonite!


 

LCD SOUNDSYSTEM
Homepage: https://lcdsoundsystem.com/
From: NYC, U.S.A.


Da ist es, das erste Stück mit Videoclip vom vierten, nach sieben langen Jahren Wartezeit, am 1. September erscheinenden Album "American Dream". Herr Murphy wollte ja eigentlich nicht mehr, aber jetzt will er wieder und es klingt als wäre er nie weg gewesen. Die Botschaft von "Tonite" ist klar und deutlich:
"Yeah all the hits are saying the same thing. There’s only: tonite (tonite, tonite, tonite, tonite) man, life is finite but, shit it feels like forever." MADE MY DAY!

Mittwoch, 16. August 2017

EVERYONE IS DIRTY Made My Day! San Andreas!


 

EVERYONE IS DIRTY
Homepage: https://www.everyoneisdirty.com/
From: Brooklyn/NY, U.S.A.


Natürlich gibt es Situation, in denen wir ALLE gerne etwas schmutzig sind, weswegen ich mich mit dem Bandnamen der Gruppe aus Brooklyn/NY, die seit 2013 ArtPunkRock spielt, gut anfreunden kann. Der Sound ist auch nicht ganz sauber, und wenn unter mir der Boden bebt, finde ich es prinzipiell auch nicht schlimm ;-).

Sängerin Sivan Lioncub hatte, während sie den Song schrieb, mit einer lebensbedrohlichen Penicillinallergie zu kämpfen und stand unter Schmerzmitteleinwirkung. "San Andreas", und übrigens auch die anderen Stücke zum am 28. September erscheinendem neuen Album "My Neon's Dead, entstanden also gewissermaßen unter dem Einfluss verbotener Substanzen. Das sieht man wieder, wie man auch aus Scheißsituation etwas Positives gewinnen kann. MADE MY DAY!

Montag, 14. August 2017

NEW SONGS Vol. 161: OSCAR MIC / The Great Endeavour ... JAMIE LENMAN / Hell In A Fast Car ... THE DUKE SPIRIT / Magenta ... COAST MODERN / Frost


OSCAR MIC / The Great Endeavour

Die lebende Beatbox OSCAR MIC meldet sich mit einem neuen Stück und im schicken gelben Ostfriesennerz zurück.

Bei "The Great Endeavour" bemüht sich der Mann aus London die Welt mit seinem speziellen Groove zu infizieren. Mich hat erneut der sympathische
WOPBOPALOOBOPALOPBOOMBIP-Virus befallen, was ganz klar an den typischen symptomatischen rhythmusabhängigen Körperzuckungen zu erkennen ist. Nur schade, dass die Pandemie noch immer auf sich warten lässt :-(.





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JAMIE LENMAN / Hell In A Fast Car

Ziemlich bewegtes Leben, das Herr LENMAN vorzuweisen hat. 2001 rockte er mit seiner Band Reuben zum ersten Mal die britische Post-Hardcore-Szene. Bis 2008 erschienen drei Alben, ehe man sich trennte und Lenman beschloss sich primär seiner anderen Liebe der Illustration zu widmen.

2011 kribbelt es wieder im Hals und Lenman beginnt mit der Arbeit an seinem Solo-Debüt, einem Folk/Blues-Thrash-Metal-Doppelalbum namens "Muscle Memory", welches 2013 auf Xtra Mile erscheint.

Nach der Albumtour tauscht er wieder Stift gegen Mikrofon, was erklärt, weswegen es nun knapp vier Jahre gedauert hat, bis Lenman sein zweites, für den 27. Oktober angekündigtes, Soloalbum "Devolver" veröffentlicht. Die ersten beiden Songveröffentlichungen, "Mississippi" und "Waterloo Teeth", liesen erahnen, dass es zurück in Richtung Post-Hardcore-Wurzeln geht und auch die jetzt präsentierte zweite Single "Hell In A Fast Car" bestätigt die Tendenz.






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THE DUKE SPIRIT / Magenta

Album Nummer 5 von THE DUKE SPIRIT aus London steht ab dem 18. August in den Läden. Was die Motivation für Sängerin Liela Moss war, um dieses Album zu machen, bringt sie in einem nicht ganz jugendfreien Statement sehr schön auf den Punkt:

"Bei all der Scheiße auf der Welt, die wir täglich durchstehen müssen, habe ich auf dem Album versucht die herzrasende Liebe festzuhalten, die man für dieses Leben eben doch immer noch hat. Ich singe von der Arroganz, Egomanie und den Grausamkeiten, die wir täglich erleben. Ich möchte sie auflösen, in dem ich von oben mit einer goldenen, glühenden Gutmütigkeit darauf pisse."

"Magenta" heißt die erste Single aus ""Sky Is Mine" und aufgrund ihres Statements möchte man ihr fröhlich aufmunternd zurufen: Let it flow Liela! Let it flow!




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COAST MODERN / Frost

Eigentlich macht das Duo COAST MODERN aus Los Angeles auf ihrem im Juli erschienen Debütalbum "Coast Modern" perfekt produzierten tanzbaren IndiePop mit feinen Melodien und leichten Reggaeanwandlungen.

Der letzte Song auf dem 18 (!) Songs enthaltenen Album ist aber anders und genau dieser Song hat es mir besonders angetan. "Frost" ist eine minimalistische Campfire-Ballade die das Herz erwärmt. Nur die Stimme von Sänger Luke Atlas und eine Gitarre - perfekter Abschlusssong eines durchaus gelungenen Debütalbums.

Neben "Frost" empfehlen sich zum Reinhören "Hollow Life", "Comb My Hair" und "Now I'm Cool".





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Freitag, 11. August 2017

JEN CLOHER / Jen Cloher [Review]

Courtney Barnett gründete 2012 das unabhängige Plattenlabel Milk und holte sich dann JEN COHER als Partner an Bord. Dank des großen Erfolges von Courtneys Debüt-Albums "Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit" in 2015, dürfte das Label vorerst in Ruhe arbeiten können. Vielleicht aber auch nicht, denn es könnte viel Arbeit auf das Team zukommen, denn das neue Album von Label-Partnerin Jen Cloher hat ebenfalls das Potential, um den Musikmarkt aufzumischen.


Beim schlicht mit ihrem Namen betitelten Werk "Jen Coher" handelt es sich aber nicht um ein Debütalbum wie man meinen könnte, sondern es ist bereits ihr vierter Longplayer in einer Karriere, die 2005 mit der EP "Permanent Marker" begann. Das letzte Album "In Blood Memory" aus dem Jahr 2013 - das erste ohne den Bandnamenzusatz And The Endless Sea - war ihr bisher größter Erfolg, das ihr eine Nominierung für den renomierten Australian Music Prize bescherte. Hierzulande kennt im Gegensatz zu ihrer Partnerin Courtney Barnett noch kaum einer Jen Cloher, aber das dürfte sich nach diesem Album und der anschließenden Tour durch Europa und Köln ändern.

Cloher, die in Adelaide geboren wurde und dann nach Sydney übersiedelt, schreibt Lieder über Dinge, die sie bewegen: Das Leben als Frau im Musikbusiness, das Leben als homosexuelle Frau in Australien und wie gut oder schlecht Fernbeziehungen ("Forget Myself") funktionieren. Cloher textet lieber, als dass sie komponiert, die Texte sind ihr wichtiger.

Musikalisch liegen Cloher und Barnett ebenfalls sehr nahe beieinander. Beide haben in ihrer Stimme etwas wunderbar Schnoddriges, wenn auch Jens Stimme etwas zurückhaltender klingt, und beide bewegen sich im Experimentierfeld zwischen Folk, Grunge, Art- und IndieRock. Der scheppernde Einstiegssong "Forget Myself" ist ein gutes Beispiel dafür, wie man diese Spielarten kunstvoll verknüpfen kann.



Es muss nicht einfach gewesen sein für Jen als die musikalische Karriere ihrer Partnerin an ihr, die schon lange Jahre im Business war, vorbeizog. Aber Jen kämpfte Neid und das Gefühl des Scheiterns nieder und schloss ihre Lehren aus dem Geschehenen. Es scheint als hätte Cloher "Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit" analysiert und den Schlüssel zu dessen Erfolg gewonnen.

Songs wie "Analysis Paralysis" oder dem smashigen "Strong Woman" hört man die Nähe vielleicht etwas zu sehr an, aber ein Kopist ist Cloher dennoch keinesfalls, weil Jen Cloher den Stil von Barnetts Debütalbum gewissermaßen nur als Basis nutzt, virtuos ihre eigene Persönlichkeit einbringt und das Spektrum überraschend erweitert. So entstehen sanfte, erwachsene Nummern wie "Regional Echo" oder "Dark Art", die zur wütenden und mehr als 10 Jahre jüngeren Barnett (zur Zeit noch) gar nicht passen würden.



Geschrieben hat Cloher das Album während Courtney auf Tournee war. Die meisten Stücke entstanden im australischen Winter in Jumbunna, einer kleinen Stadt ca. 130 km südöstlich von Melbourne. Man kann sich vorstellen, wie sich Cloher in diese Aufgabe vertieft hat und welche Genugtuung es ihr geben muss, nun ihr bisher bestes Album abzuliefern.

Finalisiert wurden die 11 Songs, bei denen neben Courtney Barnett an der Gitarre als Gäste auch Kurt Vile und The Drones-Gitarrist Dan Luscombe mitwirkten, in Jeff Tweedys berühmten Loft Studio.

Meine Favoriten? Zur Zeit das erdige "Shoegazers", das bereits lobend erwähnte "Strong Woman" und das avantgardistische "Great Australian Bite". ABER, das kann sich bei jeder Rotation des Vinyls ändern, denn alle elf Stücke haben ihren ganz speziellen Charme.

Tracklist:
01 Forgot Myself
02 Analysis Paralysis
03 Regional Echo
04 Sensory Memory
05 Shoegazers
06 Strong Woman
07 Kinda Biblical
08 Great Australian Bite
09 Loose Magic
10 Waiting In The Wings
11 Dark Art

Der Beweis, dass Cloher auch Courtney sicher Einiges beigebracht hat ;-)