Labels

Montag, 24. Juli 2017

SLEEPY KITTY / The Clean Hustle [Review]

Schlafende Hunde soll man bekanntlich nicht wecken. Als Katzenbesitzer weiß ich, dass man auch Katzen lieber nicht wecken sollte, da man sonst die Krallen des domestizierten Raubtieres spüren könnte.


Der Name, SLEEPY KITTY, des Duos aus St. Louis ist deswegen ziemlich gut gewählt, denn einerseits ist die Musik von Paige Brubeck und Evan Sult (früher als Schlagzeuger bei Harvey Danger) sanft und anschmiegsam und verspielt, andererseits zeigen die beiden aber gerne auch mal ihre Krallen. Kuscheltiger versus Raubkatze!

Eigentlich wird alles in den Mixer gerührt, was die Genreschublade hergibt: IndiePop, ArtRock, PostRock, PostGrunge, GarageRock, TwangPop, JanglePop, Surf ein Spur Punk und was weiß der Herrgott noch. Dazu kommen Harmoniegesänge, Vocal-Loops, Field Recordings und damit es nicht langweilig wird, gibt es auch noch einen Song in französischer Sprache. Für Abwechslung ist auf "Clean Hustle", was sinnigerweise so viel wie "Saubere Hektik" bedeutet, also 100%ig gesorgt.



Das Album beginnt rockig mit "Don't You Start", der Nummer mit dem größten Hitpotenzial und natürlich beweisen die beiden mit der Albumposition für diesen Titel, dass sie, neben überbrodelten Kreativität, auch über Humor verfügen.

Das Tempo bleibt flott bei "Nothing = You", es wird aber etwas melodiöser und Paige singt etwas höher und weniger schmutzig. Kleine Flamenco-Hand-Clap-Sequenzen und ein stampfender Beat sorgen dafür, dass man unwillkürlich mit den Füßchen mitwippt.



Das Intro zu "Speaking Politely" klingt nach Jack White und somit ist sofort klar, dass die schlafenden Miezekatzen ihre Krallen nun richtig ausfahren. Ein schweres Riff wütet und Paige mutiert wieder zur schmutzigen Straßenkatze, die in Garagen übernachtet und es hasst angefasst zu werden. Wäre die Welt gut und gerecht würde dieses Stück ein Hit werden!

Das mit mehr als 6 Minuten längste Stück "Seventeen" ist ein Schunkler im Polka-Rythmus mit viel Noise, einer kreischenden Katze und kreischenden Gitarren, der alles zu überrollen scheint und die musikalische Schnittstelle zwischen The Specials und Sonic Youth herstellt. Schon irre, was zwei Menschen für ein Spektakel veranstalten können!

In der Albummitte kommt das auf französisch vorgetragene Stück "Tu Veux Ou Tu Veux Pas". Paige wäre sicherlich auch eine gute Kandidatin gewesen, um mit dem Enfant Terrible Serge Gainsbourg ein Liedchen zu trällern.

"The Hoax" ist femmale IndiePop mit einer sehr relaxten Grundstimmung und einem kleinen Gitarrenausritt und etwas viel "Huhuhu". Der nächste Song "Doin' It All For My Baby" zeigt wieder deutlich mehr Kontur, nicht nur weil die Vocals (Evan darf auch) nun mehr im Fokus stehen, sondern auch weil die Nummer mit sehr viel Gefühl und feinen Tempowechseln vorgetragen wird.

Wie eine Cabaretnummer mit Pianobekleidung klingt "What Are You Gonna Do When You Find Bigfoot". Erinnert mich ziemlich an die frühen The DØ! Überhaupt klingt Paige an einigen Stellen wie Olivia und auch die musikalische Vielseitigkeit teilen Sleepy Kitty mit den Franzosen.



Wieder mehr Richtung Garage geht es bei "Hold Yr Ground", sehr schön, wenn die Gitarre sich ab Mitte des Stückes auch in psychedelische Gefilde wagt. Mir persönlich gefallen die Stücke, wo die Band die Krallen ausfährt insgesamt eine Spur besser als die ruhigeren Nummern, ist aber sicher Geschmackssache wie so Vieles im Leben ;-)

Das letzte Stück des Albums, "Gimme A Chantz!", geht wieder in Richtung "What Are You Gonna Do When You Find Bigfoot", hat aber deutlich mehr Drive und quietscht schöner.

Nach der Debüt-LP "Infinty City" im Jahr 2012 und der EP "Flux" im Jahr 2016, haben Sleepy Kitty mit "The Clean Hustle" einen großen Schritt nach vorne gemacht.

Bleibt nur eine Frage offen:
WARUM ZUR HÖLLE GIBT ES DIESES ALBUM NOCH NICHT AUF VINYL????? Im Pressetext lese ich zur Nervenberuhigung: "The Clean Hustle, an exclusive release for the Nordic territories which warms up the band for their upcoming album and tour in 2018. " :-)

Tracklist:
01 Don't You Start
02 Nothing = You
03 Speaking Politely
04 Seventeen
05 Tu Veux Ou Tu Veux Pas
06 The Hoax
07 Doin' It All For My Baby
08 What Are You Gonna Do When You Find Bigfoot
09 Hold Yr Ground
10 Gimme A Chantz!

Freitag, 21. Juli 2017

JACKSON BOONE Made My Day! Don't!


 

JACKSON BOONE
Homepage: https://jacksonboone.bandcamp.com/
From: Portland, U.S.A.


Als LoFi-Folk mit leicht psychedelischen Tendenzen könnte man die Musik von JACKSON BOONE umschreiben - meinetwegen auch als SpaceArtFolk. Im Song "Don't", aus Boone's drittem und wirklich empfehlenswertem Longplayer "Organic Light Factory", gibt es ein sehr schönes Break und danach einen kleinen Ritt in spacige Gefilde: Ein Bisschen so als würde Robert Zimmermann in den Pink Floyd-Kosmos entführt. Wer jetzt noch einen Grund braucht, um mehr über Jackson Boone zu erfahren, dem sei gesagt, dass Riley Geare vom
Unknown Mortal Orchestra für das Album als Produzent parat stand. MADE MY DAY!

Dienstag, 18. Juli 2017

COLDPLAY Made My Day! All I Can Think About Is You!


 

COLDPLAY
Homepage: http://coldplay.com/
From: London, Great Britain


Das etablierte Bands EPs veröffentlichen ist ja eher selten, aber anscheinend war mit dem 2015 erschienen Album "A Full Head Of Dreams" das Kapitel noch nicht abgeschlossen, denn die fünf Songs enthaltende EP "Kaleidoscope" die Anfang August erscheint, knüpft nicht nur durch ihren Namen am letzten Longplayer von COLDPLAY an, sondern auch an dessen Durchschnittlichkeit.

Trotzdem gibt es mit "All I Can Think About Is You" einen, ziemlich grellen,  Lichtblick auf der EP, der mir den Tag versüßt. Vielleicht sind Coldplay doch noch nicht verloren? MADE MY DAY!

Tracklist:
1. All I Can Think About Is You
2. Miracles (Someone Special) - with Big Sean
3. A L I E N S
4. Something Just Like This (Tokyo Remix) - with The Chainsmokers
5. Hypnotised

Sonntag, 16. Juli 2017

RODRIGUEZ / Cold Fact (1970)

HERZPLATTENREMEBER THAT OLD SHIT
Kategorie: Folk, Singer/Songwriter
Veröffentlichung: 1970

 

Am 10. Juli 1942 wird,als Sohn mexikanischer Einwanderer in Detroit ein Junge namens Sixto Diaz Rodriguez geboren.

Er wächst in den sozialen Brennpunkten seiner Heimatstadt auf, absolviert trotzdem die High School und beginnt anschließend in Kneipen und Clubs aufzutreten, um als Singer/Songwriter mit selbstkomponierten Songs und sozialkritischen Texten Geld zu verdienen.

RODRIGUEZ singt über Drogenhändler, Prostituierte und über das ärmliche Leben in den Straßen Detroits.
Seine Vorbilder sind die Rolling Stones und Leonard Cohen, musikalisch bewegt er sich aber eher in Richtung Dylan und vor allem Nick Drake, mit dem er den Hang zur melancholischen Tiefe teilt.

1967 nimmt er seine erste Single "I’ll Slip Away" auf. Die Studiomusiker Dennis Coffey, seinerzeit Studiomusiker für die Funk Brothers, eines der Zugpferde auf dem trendigen Motown-Label und Mike Theodore vermitteln ihn an das neu gegründete Label Sussex Records, wo er mit den beiden Studiomusikern als Produzenten 1970 sein Debüt-Album "Cold Fact" herausbringt.



Das Folk-Album enthält 12 Songs, von denen bis auf  "Hate Street Dialogue" und "Gomorrah (A Nursery Rhyme)" alle aus der Feder von Rodriguez stammen. "Cold Fact" erhält von den Kritikern gute Rezensionen, bleibt aber, aus welchen Gründen auch immer, wie Blei in den Regalen liegen. Nachdem auch sein 1971 veröffentlichtes zweites Album "Coming from Reality" in den USA floppt und ihm die Plattenfirma kurz vor Weihnachten kündigt, beendet er seine eigentlich nie gestartete Musikkarriere und verdient seine Brötchen als Sozialarbeiter, ungelernte Kraft an einer Tankstelle und Bauarbeiter.



Mehr als 13.000 km entfernt verfasst 1996 ein gewisser Stephen Segerman aus Südafrika für den Begleittext der neuaufgelegten CD "Coming from Reality" einen Begleittext, in dem er dazu aufruft, das Mysterium um den in Südafrika höchstpopulären Künstler Rodriguez zu lüften. Ende der 70er Jahre hatten dessen Lieder in dem von Apartheit geprägten Land die Herzen der unzufriedenen Bevölkerung erobert und ihm eine Popularität verschafft, die keinen Deut hinter der der Beatles oder von Simon & Garfunkel zurückstand. Es hieß, er habe sich nach einem Konzert erschossen oder sei ein Drogenopfer geworden, aber Genaues über den Künstler wusste niemand.


1997 publiziert Segermann eine Internetseite, auf der er die noch recht kleine Netzgemeinschaft bittet, ihm bei der Suche nach Rodriguez zu helfen und falls vorhanden, Hinweise in einem Kommentra zu hinterlassen.

Der südafrikanische Journalist Craig Bartholomew liest zufälligerweise den Aufruf in der CD und beginnt mit Recherchen, indem er dem Finanzstrom aus Südafrika folgt - der allerdings trotz millionenfach verkaufter Platten, davon nämlich größtenteils Bootlegs und Raubkopien, nicht sehr groß ausfiel - und hofft so auf den Künstler zu stoßen. Aber die Plattenlabel können oder wollen nicht weiterhelfen und so ist es schließlich ein Kommentar auf besagter Internetseite, der dazu führt, das Mysterium um den südafrikanischen Superstar zu lüften.

Der Eintrag lautet sinngemäß in etwa: "R. ist mein Vater und er lebt. Wenn Sie weitere Informationen wünschen kontaktieren sie mich."


Die Tochter, eine von dreien, denn Rodriguez ist mittlerweile verheiratet und hat drei Töchter, stellt den Kontakt zwischen Segermann und Rodriguez her. Es fiel dem Amerikaner sicher schwer zu glauben, was der Südafrikaner ihm erzählte. Er, der zwar nie große Erfolge feierte, aber immerhin in Australien, wo er auch einen gewissen Bekanntheitsgrad entwickelte hatte, in den frühen 80ern ein paar Konzerte spielte, der 1981 sein Bachelor-Studium in Philospohie erfolgreich abgeschlossen hatte und sich mehrfach als Bürgermeisterkandidat für Detroit versucht hatte, ER war in Südafrika ein Superstar.

Es kam, wie es kommen musste. Rodriguez packte seine Gitarre und seine Familie flog nach Südafrika und spielte 1998 sechs ausverkaufte Konzerte in Südafrika.

2001 wird im südafrikanischen TV der Dokumentarfilm "Dead Men Don't Tour: Rodriguez in South Africa 1998" ausgestrahlt. 2006 beginnt der schwedische Dokumetarfilmer Malik Bendjelloul mit den Arbeiten an seinem unbedingt sehenswerten Film über die Wiederauferstehung des Musikers Rodriguez. "Searching for Sugar Man" wird 2013, einem Jahr nach seiner Veröffentlichung, als bester Dokumetarfilm mit dem Oscar ausgezeichnet. Seitdem steht das Album zum Film und auch "Cold Fact", das Debütalbum des einfachen Mannes aus Detroit, in immer mehr Musiksammlungen auf der ganzen Welt.


Die Songs des erst vergessenen und mittlerweile legendären Albums:

"Sugar Man": Mit Drogen der tristen Realität entfliehen. Mit psychedelischen schrillen Untertönen und unerwarteten Eskapaden, aber einer Melodie, die man niemals mehr vergisst.

"Only Good for Conversation": Warum bei Rodriguez immer wieder Vergleiche mit Jimi Hendrix auftauchen? Dieser Song ist die Antwort.

"Crucify Your Mind": Scott Walker trifft den Geschichtenerzähler Bob Dylan. Von den Träumen, die wir alle haben und die wir nur selten erreichen, weil wir über das Träumen die Realität vergessen.

"This Is Not a Song, It’s an Outburst: Or, the Establishment Blues": Rebellion in Noten und einer der Songs, weswegen Rodriguez in Ländern mit Unterdrückung und Freiheitsdrang zur Ikone wurde.

"Hate Street Dialogue": Einer von zwei Songs auf "Cold Fact", der nicht von Rodriguez geschrieben wurde. Es geht in dem Song nich um "Hate", sondern um eine legendäre Hippie-Gegend (Haight / Ashbury) in San Francisco.

"Forget It": Die etwas andere Art Tschüss zu sagen.

"Inner City Blues": Blues über die harten Fakten in der Working Class in Detroit zu leben. Da Rodriguez den Stadtteil Dearborn im Songtext erwähnt, vermutet Craig Bartholomew richtig, dass Rodriguez aus dem Großraum Detroit stammt.

"I Wonder": Der Kultsong in Südafrika, der auf den Schallplatten dort verkratzt wurde, um die Bevölkerung vor diesen aufrührerischen freigeistigen Texten zu schützen.

"Like Janis": Rodriguez selbst behauptet, die Personen in seinen Songs seien immer fiktiv, aber selbstverständlich bezieht sich dieses Lied auf Janis Joplin, die sieben Monate nach dem Erscheinen von "Cold Fact" verstarb.

"Gommorah (A Nursery Rhyme)": Der zweite Song, der nicht aus der Feder von Rodriguez stammt. Bluessong, dem der ganz spezielle Rodriguez-Spirit im Gegensatz zu "Hate Street Dialogue" allerdings etwas fehlt.

"Rich Folks Hoax": "The sun is shining, as it's always done. Coffin dust is the fate of everyone. Talking 'bout the rich folks. The poor create the rich hoax. And only late breast-fed fools believe it."

"Jane S. Piddy": Wahrscheinlich auch eine Art der Verneigung, aber nicht kritiklos vor Janis Joplin und ihrem außergewöhnlichen lebenshungrigen Lebensstil.

Tracklist:
01 Sugar Man
02 Only Good for Conversation
03 Crucify Your Mind
04 This Is Not a Song, It’s an Outburst: Or, the Establishment Blues
05 Hate Street Dialogue
06 Forget It
 07 Inner City Blues
 08 I Wonder
 09 Like Janis
10 Gommorah (A Nursery Rhyme)
11 Rich Folks Hoax
12 Jane S. Piddy


Mittwoch, 12. Juli 2017

LOR Made My Day! Keaton!


 

LOR
Homepage: https://www.facebook.com/bandlor
From: Krakau, Polen


Auch Romantik hat seine Berechtigung ;-). LOR ist ein Quartett aus dem schönen Krakau in Polen, das seit 2015 verträumte Musik macht, die irgendwo zwischen Birdy und Agnes Obel einzusortieren ist. Im Zentrum der Stücke steht die feinfühlige und gläserne Stimme von Berry Kudlińska, eingerahmt vorzugsweise von Klavier- oder Geigenklängen. Weiter Bandmitglieder sind Julię Skibę, Pauline Sumer und Julia Błachut. Im Song "Keaton" geht es um Einsamkeit und die verschwommene Grenze zwischen Erinnerung und Realität. Seufz - Taschentücher raus! MADE MY DAY!

Sonntag, 9. Juli 2017

PORTUGAL. THE MAN / Woodstock [Review]

Nun ist es also passiert! Seit 2004 machen PORTUGAL . THE MAN wunderbaren IndieRock und im verflixten 13ten Bandjahr ist er da, der Hit. Über "Feel It Still" habe ich in den New Songs Vol. 151 im März alles gesagt, nun mal reinhören, ob wir die Indielieblinge mit "Woodstock" an den Mainstream verlieren.


Schon bei "Evil Friends" unter den Produzentenfittichen von Danger Mouse wurde der Sound sehr poppig und fett, aber "Woodstock" ist fetter und wenn "Evil Friends" modern war, dann ist "Woodstock" hypermodern.

Das Album beginnt mit "Number One" und einem Sample von Woodstock-Veteran Richie Havens. Aber auch wenn der Einstiegssong mit dem Sample suggeriert, dass Portugal. The Man ein politisches Signal in unruhigen Zeiten setzen wollen, ist "Woodstock" in Wahrheit eher eine Partyplatte modernster Ausprägung geworden, die zwar einen gewissen Freiheitsdrang transportiert, aber in den Texten keinesfalls den Finger in die offenen Wunden unserer Gesellschaft legt oder gar aufrührerisch tätig werden könnte.



"Easy Tiger" hat ähnliches Hitpotential wie "Feel It Still". Die früher immer leicht versteckten Melodien liegen völlig offen, man erkennt die Band schon noch, aber dieser hypermoderne ElectroIndieRock, in dem bisher MGMT tonangebend waren, nimmt der Band aus Alaska ein stückweit ihre bisherige Unverwechselbarkeit.

Im Mainstream-Radio wird man die Band deswegen sicher öfter hören, Mitsingnummern wie "Live In The Moment" oder "Tidal Wave" können problemlos zwischen Coldplay und Britney Spears platziert werden. Das klingt jetzt nicht gerade positiv, ist aber gar nicht so gemeint, denn diese beiden Songs sind exzellente Popnummern, haben aber nur noch wenig mit den alten Portugal. The Man zu tun.



Nach diesem achten Album wird man das Quintett wohl kaum noch in kleineren Hallen live erleben können. So gut wie jeder Song eignet sich perfekt dafür, als Hymne aus tausenden von Kehlen zu erklingen. Ich sehe schon 1000 Teenies Handys in die Höhe halten, statt den Moment zu leben :-(. Der Weg der Bandgründer John Gourley und Zach Carothers, die einst mit der Hardcore-Punk-Band Anatomy of a Ghost ins Musikbusiness starteten, führt ganz klar in die Stadien dieser Welt.



Für das Erste sind Portugal. The Man für den Musikliebhaber mit dem etwas anderen Musikgeschmack verloren, aber wer weiß, ob die Band nicht irgendwann den Weg zurück bestreitet, vielleicht mit der Veröffentlichung des auf Eis gelegten Albums "Gloomin & Doomin"?

Ich kann "Woodstock" durchaus etwas abgewinnen, aber im Moment überwiegt der Verlust der alten, unvergleichlichen Portugal. The Man. Es ist so, als ob ein guter alter Freund, mit dem man früher jeden Unsinn verzapfen konnte, plötzlich nur noch Anzug trägt, der CDU beigetreten ist, einen Mittelscheitel trägt und den größten Kick bekommt, wenn sein Aktienportfolio Gewinnwarnungen ausspuckt.



Tracklist:
01 Number One feat. Richie Havens and Son Little
02 Easy Tiger
03 Live In The Moment
04 Feel It Still
05 Rich Friends
06 Keep On
07 So Young
08 Mr Lonely feat. Fat Lip
09 Tidal Wave
10 Noise Pollution feat. Mary Elizabeth Winstead & Zoe Manville

Samstag, 8. Juli 2017

BANKRUPT Made My Day! Creepy Stalker!


 

BANKRUPT
Homepage: http://bankrupt.hu/
From: Budapest, Ungarn


Ich glaube über eine Band aus Ungarn wurde auf diesem Blog noch nie berichtet, also Täta Premierevorhang auf für BANKRUPT.  Die vier nicht mehr ganz taufrischen Herren machen seit nicht ganz 20 Jahren Mucke zwischen Punk und Rock, verehren The Ramones, haben schon rund 400 Gigs gespielt, vier Longplayer und vier EPs veröffentlicht und nun einen Song, "Creepy Stalker", mit einem sehr amüsanten Clip fabriziert. MADE MY DAY!

Donnerstag, 6. Juli 2017

NEW SONGS Vol. 159: KEVIN MORBY / City Music ... GIRLHOOD / Together ... QUEENS OF THE STONE AGE / The Way You Used to Do ... RUDY STONE / Rudy's Dream


KEVIN MORBY / City Music

Die singende Säge ist beiseitegelegt, KEVIN MORBY, der Mann aus Kansas, verlässt das Land und macht sich für sein viertes Album auf den Weg in die große Stadt um deren Aura in Musik zu verwandeln.

Morby ist tatsächlich kurzfristig nach Los Angeles umgezogen um sich inspirieren zu lassen. Das Ergebnis ist, dass seine Stimme deutlich weniger zum Einsatz kommt wie auf seinen vorhergehenden Alben und dass er mit unzähligen Referenzen die sich dem Leben in der Stadt gewidmet haben kreativ spielt. Einer der stärksten Stücke des Albums und ein Paradebeispiel für die gesamte Platte ist der Song "City Music.  Da muss ich doch nicht mehr explizit erwähnen, wie exzellent das Album ist, oder?




---------------------------------------------------------------------------------------------------

GIRLHOOD / Together

Lässt sich schwer fassen der Track "Together" von GIRLHOOD aus London. Ist das noch IndiePop? DancePop? Tanzbar ist es auf jeden Fall, was Christian Pinchbeck (Beats + Samples) und Tessa Cavanna (Vocals) mit wechselnden Musikern mit ihren ersten Songveröffentlichungen präsentieren.

Bei "Together" erinnert mich das Saxofon an Roxy Music, der rumpelnde Beat an A. R. Kane und der Groove an die Fugees. 90's Feeling und ItaloHouse gibt es sowieso noch gratis dazu.




---------------------------------------------------------------------------------------------------

QUEENS OF THE STONE AGE / The Way You Used to Do

Die erste Single von QOTSA nach dem schrecklichen Ereignis in Paris heißt "The Way You Used To Do" und ist aus dem am 25. August erscheinendem Album "Villains".

Nachdem die Band politisch nicht immer einen korrekten Eindruck hinterlassen hat, sieht sich die Band genötigt im Pressetext darauf hinzuweisen, dass der Albumtitel "Schurken" kein politisches Statement ist und nichts mit Trump oder irgendwelchem Scheiß zu tun hat.

Produziert wurde das neue Album vom SoftPop-Produzenten Mark Ronson, weil Josh einen neuen Sound wollte und sich Ronson als Fan der Band outete. Der Sound des Vorabsongs "The Way You Used To Do" klingt tatsächlich etwas frischer, aber es ist und bleibt trotzdem einfach eine schmutzige Rock 'n' Roll-Nummer - wie man es von QOTSA gewohnt ist.




---------------------------------------------------------------------------------------------------

RUDY STONE / Rudy's Dream

RUDY STONE aus New Orleans, der ein wenig wie eine Mischung aus Bonnie 'Prince' Billy und Taylor Kirk (Timber Timbre) aussieht, macht Musik, die wie eine psychedelische DreamPop-Variante, im 50:50-Mischungsverhältnis von Foxygen und Mac DeMarco, klingt.

In seiner EP "The Blinking Light" wirft Stone einen sechs Songs starken Blick auf sein, wie er selbst sagt, absurdes Leben. Da gibt es viel Freude wie ich finde, man muss nur genau hinschauen, oder besser hinhören. Mir macht "Rudy's Dream" am meisten Freude.




---------------------------------------------------------------------------------------------------


Montag, 3. Juli 2017

LEATHER GIRLS / Leather Girls [Review]

Meistens verliebe ich mich in Melodien, manchmal in wahnwitzige Klänge und manchmal einfach in den Sound.

Letzteres ist das Prägnante an den LEATHER GIRLS aus Austin in Texas, denn es scheppert so schön aus der Garage, dass man sämtlichen Wohnkomfort sofort aufgeben und in den Raum zur Aufbewahrung von Fahrzeugen ziehen möchte.


Sehr viel Informationen lassen sich über das Quartett im Netz noch nicht finden. Und selbst wenn, wie ich hoffe, der Bekanntheitsgrad der Band nach diesem Debüt wachsen wird, ist der gewählte Bandname prädestiniert dafür auf Seiten zu gelangen, die man eigentlich gar nicht besuchen wollte.

Was ich über die Band erfahren konnte, ist, dass alle vier Bandmitglieder auch in anderen Bands spielen und dass Bassistin Deborah White in der Highschool rockende Ladies wie Kim Deal und Kim Gordon faszinierten. Kein Wunder also, dass Frau White den Bass als ihr Instrument auserkoren hat.

Lead-Sänger und Gitarrist bei den Leather Girls ist Erik Camacho, der in anderen Bands (Low Times, Erekeecludi y Los Dinos und P.A.T.S.Y. ) u. a. auch als Schlagzeuger spielt und aus einer kreativen Familie stammt. Sein Großvater war Musiker, sein Vater Künstler und seine Mutter singt und tanzt wohl sowieso den ganzen Tag.

An der Gitarre verdingt sich Mike Garrido, der über eine ähnlich große Vinylsammlung wie ich verfügt :-), aber wohl auch einige echte Schätze darunter hat und der MC5 als seine absolute Lieblingsband nennt. Sehr sympathisch der Herr Garrido.

Schlagzeuger ist Dillon Fernandez, der auch bei der psychedelic Rockband Dream Machine die Felle bearbeitet und kein großer Freund von Social Media zu sein scheint.

Die musikalische Mischung, welche dieses Quartett auf ihrem bei Yippee Ki Yay Records erschienenem Debütalbum "Leather Girls" präsentiert, lässt sich am besten wohl als SixtiesPsychGaragePunkRock bezeichnen und huldigt Vorbildern wie den Stooges, MC5, The Coachwhips, aber auch Ur-Vätern des GarageRock aus den frühen wilden 60er Jahren wie The Monks und The Starfires .



Vom rotzigen Opener "Drawing Lines" angefangen, über das groovige "Arabian Daze" mit seiner smashigen Melodie und dem treibenden "She" hinweg, zeigt sich bereits nach den ersten drei Stücken, dass diese Band nichts anderes will als das kleine schmutzige und wilde Rock'n'Roll-Tierchen am Leben zu erhalten.



Der vierte Song des Albums "Jeff" beginnt sehr düster und baut sich gefährlich dramaturgisch auf. Deborah White, die den Song auch geschrieben hat, übernimmt den Gesang. Bei "Jeff" handelt es sich um den Serienmörder Jeffrey Dahmer, der zwischen 1978 und 1991 siebzehn junge Menschen tötete, was die klaustrophobische Stimmung des Stückes erklären dürfte.

Dass das nächste Lied "Dear Deborah" der Bassistin gewidmet wurde, ist ziemlich offensichtlich. Die Gitarren dürfen twangen und der Bass brummen und Miss White dürfte die versteckte Liebeserklärung wohl etwas peinlich sein - muss sie aber nicht!

Nach dem relaxten "Call Tomorrow", bei dem Schlagzeuger Dillon für kleine abrupte Tempoforcierungen sorgen darf, folgt mit "Foolish Lover" eine kurze knackige Schrammelnummer.
"LRS" ist eine ziemlich schräge PsychGarage-Nummer mit einer gehörigen Portion Drive und "Poor Charlie" schlägt auf etwas andere Art, aber in die selbe Kerbe.

Beim Starfires-Cover "I Never Loved Her" darf wieder die Dame ans Mikro. Interessante Version, aber das Original finde ich in diesem Falle doch besser.



Von den letzten drei Songs des Albums "Sweet Lenore", "When We Fight" und "Card Catalog" fallen die letzten beiden Songs, das sehr melodiöse und verträumte "When We Fight" und auch das schwelgerische "Card Catalog" etwas aus dem normalen Rahmen, weil der Garagensound etwas in den Hintergrund und sechziger Jahre Psychedelic deutlich in den Vordergrund tritt.

Fazit: Tolles Debüt, das die Band sicher damit konfrontieren wird, ob die einzelnen Bandmitglieder nicht lieber ihre anderen Bandprojekte zu den Akten legen und sich ganz auf die Leather Girls konzentrieren sollten.



Tracklist:
01 Drawing Lines
02 Arabian Daze
03 She
04 Jeff
05 Dear Deborah
06 Call Tomorrow
07 Foolish Lover
08 LRS
09 Poor Charlie
10 I Never Loved Her (The Starfires Cover)
11 Sweet Lenore
12 When We Fight
13 Card Catalog

Samstag, 1. Juli 2017

RACKETT Made My Day! Ready or Not!


 

RACKETT
Homepage: https://rackett.bandcamp.com/
From: Sydney, Australien


Im August 2016  (NewSongs Vol. 130) hatte ich die australische Mädchenband RACKETT ja schon vorgestellt und jetzt gibt es bald die erste EP der Damen und die zweite Single "Ready Or Not" ist soeben erschienen. Wieder ein smashiger Rock 'n' Roll-Song, dieses Mal mit einen herzlichen "Fuck You" an den ehemaligen Schulleiter der Ladies, die mittlerweile zusammen in einem abgewrackten Herrenhaus mit Blick auf Sydneys Hafen residieren und sich die Nächte mit Musik machen in fensterlosen Räumen um die Ohren schlagen. MADE MY DAY!

Freitag, 30. Juni 2017

NOVO AMOR Made My Day! Carry You!


 

NOVO AMOR
Homepage: www.novoamor.co.uk
From: Cardiff, Wales


Das Wort "schön" vermeide ich eigentlich, weil irgendwie ist es ähnlich belanglos wie "nett" und dies ist ja die kleine Schwester von Scheiße. Aber es gibt einfach keine bessere Umschreibung als "atemberaubend schön" für den Song "Carry You" aus der EP "Bathing Beach" und auch der in Bulgarien gedrehte Clip dazu ist sehr atmosphärisch ... ääääh ... schön. Wer sich in Bon Iver oder Iron & Wine verlieren kann, der kann es auch in Novo Amor. Gaaaanz sicher! NOVO AMOR MADE MY DAY!

Mittwoch, 28. Juni 2017

PERFUME GENIUS Made My Day! Die 4 You!


 

PERFUME GENIUS
Homepage: http://perfumegenius.org/
From: Seattle, USA


2008 richtet Mike Hadreas auf MySpace eine Internetseite unter dem Namen PERFUME GENIUS ein. Der bereits seit dem Teenageralter ganz offen als schwuler Mann lebende Künstler thematisiert in seinen Liedern ganz persönliche Themen wie Sexualität oder den Kampf gegen seine Krankheit Morbus Crohn. 2010 erscheint dann sein Debütalbum "Learning", welches er zum Großteil in seinem zu Hause aufgenommen hatte.

Am 9. Mai dieses Jahres erschien sein viertes Album "No Shape", auf dem Hadreas sein Songwritertalent weiter verfeinert. Eine der schönsten Nummern auf dem Album ist die Elektroballade "Die 4 You" - sanfter und emotionaler sterben geht kaum. MADE MY DAY!

Montag, 26. Juni 2017

QUICK & DIRTY: BIG THIEF / Capacity

Published: 16.06.2017
Label: Saddle Greek
Genre: IndieRock, FolkRock
Country: Brooklyn N. Y., USA



Members:
Adrianne Lenker (Gesang, Gitarre), Buck Meek (Gitarre), Max Oleartchik (Bass), James Krivchenia (Schlagzeug)

Es war kaum zu erwarten, dass BIG THIEF aus Brooklyn ihr meisterliches Debütalbum "Masterpiece" von 2016 mit ihrem zweiten Album "Capacity" übertreffen.

Aber dem Quartett gelingt es glücklicherweise auf die etwas andere Art das hohe Niveau zu bestätigen. "Capacity" ist kein Meisterwerk, dafür sind die Melodien dieses Mal zu wenig hymnenhaft, die Aufschreie zu leise. Im Gegensatz zum Debüt, muss man dem neuen Album Zeit geben sich zu entfalten.


"Mythological Beauty", die erste Veröffentlichung des neuen Albums, deutete bereits an, dass BIG THIEF den Fokus des neuen Albums von IndieRock auf IndieFolk verschieben könnten, von laut auf leise - und so geschah es.



Die anfängliche Enttäuschung, die Fans der ersten Stunde womöglich beim Hören erfasst, verfliegt schnell, wenn man den Vergleich mit "Masterpiece" beiseite legt und ganz einfach zuhört, welch bewegenden Geschichten Adrianne Lenker auf diesem unendlich zarten Album zu erzählen hat.

Die Befürchtung, dass sich Adrianne, Gitarrist Buck Meek, Schlagzeuger James Krivchenia und  Bassist Max Oleartchik aufgrund des großen Erfolges des Debüts haben drängen lassen, wird in keinster Weise bestätigt.



Musik ist für Adrianne das Vehikel zur Befreiung ihrer selbst und da es anscheinend noch viel zu befreien gibt, ist es nicht verwunderlich, dass bereits knapp sieben Monate nach "Masterpiece" das nächste Album erscheint. Auf "Capacity" befreit sich Songschreiberin Lenker meistens sehr behutsam, lediglich punktuell eingestreute Noise-Tupfer wie bei "Shark Smile" oder dem Titelsong "Capacity", akzentuieren die Lieder, die man sonst durchaus als minimalistischen Folk bezeichnen könnte ("Coma").

Der mit der akustischen Gitarre vorgetragene Album-Opener "Pretty Things " ist ein hingehauchte vertonte Poesie, bei der Adrianne wieder einmal beweist, auf welche unglaublich ästhetische Weise sie ihren fein gewählten Worten mit ihrer ergreifenden Stimme eine geballte Ladung Leben einhaucht:

"Don't take me for a fool. There's a woman inside of me, there's one inside of you, too. There is an eating in my thighs, wherein thunder and lighting men are baptized in their anger and fighting their deceit and lies."



Thematisch scheint sich der rote Faden auf "Capacity" dieses Mal hauptsächlich um "sich ergänzende Gegensätze" zu wickeln. Mann ↔ Frau, Leben ↔ Tod, Mutter ↔ Tochter. Aber wie von Big Thief gewohnt, wird das Thema natürlich nicht abstrakt, sondern in selbsterlebten oder zumindest zutiefst empfundenen und immer glaubwürdigen, weil höchst lebendigen Geschichten aufgearbeitet. So treffen wir im Big Thief-Kosmos immer wieder auf altbekannte Namen wie Matthew  ("Pretty Things") oder lernen Lenkers beste Freundin "Mary" noch besser kennen und auf dem Album-Cover lächelt uns ihr Onkel stolz entgegen - auf dem Arm die kleine Adrianne.

Ja, "Capacity" ist vielleicht kein Meisterwerk - aber es fehlt nicht viel! Willkommen im Haifischbecken des Lebens von BIG THIEF.

Anspieltipps: "Pretty Things", "Shark Smile"

Tracklist:
01 Pretty Things
02 Shark Smile
03 Capacity
04 Watering
05 Coma
06 Great White Shark 
07 Mythological Beauty 
08 Objects
09 Haley
10 Mary
11 Black Diamonds

Donnerstag, 22. Juni 2017

PSYCHIC LOVE Made My Day! Red Sun!


 

PSYCHIC LOVE
Homepage: https://www.facebook.com/PsychicLoveBand/
From: Los Angeles, U.S.A.


Die Multimedia-Künstlerin Laura Peters macht zusammen mit den Herren Liam McCormack, Max Harrison und Chris Dunn unter dem Namen PSYCHIC LOVE Musik, die sie selbst als DreamGrunge bezeichnen. Grunge lässt sich nur schwer ausmachen, aber der Titel "Red Sun" ist so schön schleppend, dass er hervorragend als Begleitmusik zu den aktuellen Temperaturen in Deutschland passt. Am besten dabei den Ventilator laufen lassen, die Füße in kaltes Wasser stellen, und ein erfrischendes Kaltgetränk an die Kehle führen. MADE MY DAY!

Mittwoch, 21. Juni 2017

IRON & WINE Made My Day! Call It Dreaming!


 

IRON & WINE
Homepage: http://ironandwine.com/
From: Columbia (South Carolina), USA


So, Herr Beam ist also wieder mit seiner Band IRON & WINE am Start. Nach seinem Duett-Album mit Jesca Hoop gibt es nun nach mehr als vier Jahren endlich ein neues Album. "Beast Epic" erscheint am 25.08.2017 und befasst sich laut Sam Beam, mit der Vergänglichkeit. Der erste Song aus dem Album nennt sich "Call It Dreaming" und ist wie immer: zauberhafter Folk mit viel Seele und Gefühl. MADE MY DAY!

Sonntag, 18. Juni 2017

NEW SONGS Vol. 158: FOO FIGTHERS / RUN ... ALASKALASKA / Bitter Winter + Familiar Ways ... SHE DEVILS / Hey Boy ... JEREMY TUPLIN / O Youth!


FOO FIGTHERS / RUN

Ehrlich gesagt bin ich kein großer Fan der FOO FIGHTERS - ist mir immer zu nah am Mainstream-Rock gebaut - aber was sich die Band um Ex-Nirvana Dave Grohl bei "Run" einfallen hat lassen, gefällt mir dann doch ziemlich gut.

Einerseits der witzige Clip mit den gealterten Bandmitgliedern, die eine großartige Performance unter der Regie von Mastermind Grohl abliefern und andererseits die Hardcore-Eruptionen des Songs, welche die potentielle Stadionhymne gewissermaßen ad absurdum führen.




---------------------------------------------------------------------------------------------------

ALASKALASKA / Bitter Winter + Familiar Ways

Aus Süd-London kommt die sechsköpfige Band ALASKALASKA um die walisische Sängerin Lucinda, die eine Stimme hat, die mich doch sehr an Siouxsie Sioux erinnert.

Die Band, die im August diesen Jahres ihre erste EP veröffentlicht, macht groovigen IndiePop, der sich mit Elementen aus den unterschiedlichsten Genres speist, was nicht wundert, wenn man weiß, dass alle Musiker außer besagter Sängerin ursprünglich aus dem Jazzlager stammen. Da geht noch was!





---------------------------------------------------------------------------------------------------

SHE DEVILS / Hey Boy

Audrey Ann und Kyle Jukka aus Montreal machen sich die Welt wie sie ihnen gefällt. Mit primitivem elektronischen Equipment, hypnotischem Gesang und einem Fundus an Freizeitparkgeräuschen kreiert das Duo SHE DEVILS kleine chaotische Bubbelgum-Pop-Perlen.

Das wird deutsche Popkulturanhänger sicher an die AnarchoPop-Band Stereo Total aus Berlin erinnern - mich auch.




---------------------------------------------------------------------------------------------------

JEREMY TUPLIN / O Youth!

"O Youth!" Ist die zweite Singleauskopplung aus dem noch in diesem Jahr erscheinendem Album "I Dreamt I Was An Astronaut" von JEREMY TUPLIN aus London, welches sich laut Pressetext zum Großteil mit Eskapismus und kosmologischen Metaphern beschäftigen wird.

Nach der Publikation des ersten Stückes, das hier bereits im März in den New Songs Vol. 149 gefeiert wurde, schrieb ich: "Houston, I'm in love.". Heute ergänze ich "Houston, I'm on fire"!




---------------------------------------------------------------------------------------------------


Samstag, 17. Juni 2017

ARCADE FIRE Made My Day! Creature Comfort!


 

ARCADE FIRE
Homepage: http://arcadefire.com/site/
From: Montreal, Kanada


Keiner kann schönere Hymnen entwerfen als ARCADE FIRE! Was gerne dabei vergessen wird, dass es sich auch immer lohnt, auf die Lyrics zu Achten. Bei "Creature Comfort" geht es, um die mangelnde Selbstakzeptanz der heutigen Jugend.

Versuchte die Jugend über Jahrzehnte hinweg zu rebellieren, so scheint es, als wolle der Großteil der Heranwachsenden es heute einfach Allen recht machen. Schöne Bilder posten bringt Likes. Selfies auf denen man schön schlank und bis zur Unkenntlichkeit geschminkt ist auch. Und Likes bringen das verlorene Selbstbewusstsein zurück. Drogen nimmt man nicht zum Spaß, sondern zur Leistungssteigerung oder damit man schlafen kann oder der Weltschmerz weggeht. Reich und schön und berühmt lautet die Parole - alles ganz schön frustrierend. Wacht auf, beginnt zu leben, möchte man ihnen entgegen schreien! Oder kann mit der blubbernden Synthi-Hymne der ein oder andere erweckt werden? MADE MY DAY!

Donnerstag, 15. Juni 2017

SONGS FOR MY FUNERAL [a very personal Playlist] - SAD SONGS

Das Schicksal kann ein ziemliches Arschloch sein. Und manchmal schlägt es schnell und erbarmungslos zu. Die Einschläge kommen näher je älter man wird und damit die Konfrontation mit dem Tod. Dann macht man sich so seine Gedanken.

Aufgrund bereits erlebter Trauerfeiern habe ich mir deswegen überlegt, wie ich mir die Trauerfeier zu meinem Tode wünsche. Der ein oder andere mag dies vielleicht für morbid halten, aber was ist dagegen einzuwenden, wenn man sich mit dem Unvermeidlichen beschäftigt? Ich habe schließlich auch eine Patientenverfügung und eine Nachlassregelung für den Fall der Fälle.



Wie wünsche ich mir also meine Trauerfeier? Als Mensch, der ohne Musik nicht existieren könnte, ist es mir wichtig, dass Musik gespielt wird, mit der ich mich auch während meines Lebens identifizieren konnte. Es wäre mir ein Grauen zu wissen, dass irgendwelche seichten, dahin plätschernde Standardtrauerfeiersongs auf meiner Beerdigung gespielt würden, deswegen habe ich mir die Playlist "SONGS FOR MY FUNERAL" angelegt und meine Angehörigen darüber informiert – ich gebe zu, begeistert waren sie nicht gerade.

Ich denke, dass ein paar Tränchen vergossen werden, was mich auch nicht stören würde, schließlich habe ich das Leben (fast immer) geliebt und wenn mich jemand vermissen wird, ist dies in gewissem Maße ja auch ein Kompliment. Aber prinzipiell wünsche ich mir, dass die Trauer über mein Ableben nicht die Lebensfreude erdrückt und meine Gäste vielleicht stattdessen ein paar lustige Geschichten über den alten Herren erzählen und das ein oder andere Gläschen auf mich trinken, ganz so wie es Lasse Matthiessen in seinem Song "Tonight we drinkt to die" besingt.


Tonight we drink
We drink to die
We drink to the dead

Tonight we drink
drink to those
who are dying

Tonight we drink
to the ones
who will sit here tomorrow
instead of us
and drink to us
!



200 SONGS FOR THE LAST GOODBYE
Playtime: 14:13:32 h/m/s  - enough time to celebrate ;-)

01 Long Lonely Road / Valerie June
02 Goodbye Goodbye / Kevin Lee Florence
03 Stop Your Tears / Aldous Harding
04 Set The Tigers Free / Villagers
05 Let Me Get There / Hope Sandoval & The Warm Inventions feat. Kurt Ville
06 Blue Star In The Sky / Nikki Lane
07 I Think Of You / Rodriguez 
08 Always On My Mind / Chris Staples
09 Drunk and On a Star / Kevin Murphy
10 Should Have Known Better / Sufjan Stevens
11 God Only Knows / The Slow Show
12 Nothing Feels the Same Anymore / Ron Sexsmith
13 Warmest Regards / Half Moon Run
14 I Can't Keep From Crying, Sometimes / Ten Years After
15 Ain't Nobody Got It Easy / Drew Holcomb and The Neighbors
16 I Saw Lightning / Telekinesis!
17 Every Time The Sun Comes Up / Sharon Van Etten
18 Lonely Press Play / Damon Albarn
19 As Tears Go By / The Rolling Stones
20 Like A Rose / Lucinda Williams
21 Boys Don't Cry / Norman Palm
22 Never Going Back / Samantha Crain
23 GMF / John Grant
24 If You're Looking For A Way Out / Tindersticks
25 ICU / Lou Doillon
26 Hope There's Someone / Antony & the Johnsons
27 Lost Cause / Beck
28 Is There A Ghost / Band of Horses
29 Fade Into You / Mazzy Star
30 I Feel A Little Spaced Out / Os Mutantes
31 Which Way To Happy / The Magic Numbers
32 Extra Ordinary / Ultra Vivid Scene
33 Out Of Time / Blur
34 These Drugs Don't Work / The Verve
35 The Man Who Loved Beer / Lambchop
36 What Happened / J. Mascis
37 This Must Be The Place (Naive Melody) / Talking Heads
38 Never Gonna Give You Up / The Black Keys
39 Free's / Bill Callahan
40 Tonight, We Drink to Die / Lasse Matthiessen
41 I Know It's Over / The Smiths
42 Life's A Gas / T. Rex
43 Born To Die / Lana Del Rey
44 Missing / The XX
45 This Is The Last Time / The National
46 Love Is Stronger Than Dead / The The
47 Revenge / Danger Mouse and Sparklehorse feat. The Flaming Lips
48 Another Man's Done Gone / Billy Bragg & Wilco
49 For Lovers / Pete Doherty feat. Wolfman
50 Ballad Of The Dying Man / Father John Misty

The Complete Playlist:



51 Bad Things Will Happen / Dan Sartain

52 I'm Not Sorry / Morrissey
53 Too Late / Spiritualized
54 Same Mistakes / The Echo-Friendly
55 Hold Back The Night / I am Kloot
56 I'm Here, I'm Not There / Julia Stone
57 Lay My Head Down / Band of Skulls
58 They'll Never Take The Good Years / William Fitzsimmons
59 Der Brennende Junge / Die Antwort
60 Feeling Good / My Brightest Diamond
61 Putting The Dog To Sleep / The Antlers
62 Into The Black / Chromatics
63 Home Again / Michael Kiwanuka
64 A Lot Of Love / Steve Mason
65 No-One's Perfect / Stereophonics
66 Jesus Wants Me For A Sunbeam / The Vaselines
67 Flirted With You All My Life / Vic Chesnutt 
68 The Light 3000 / Schneider TM
69 Bright Lights and Goodbyes / Sam Beam and Jesca Hoo
70 Black Water / Timber Timbre 
71 Hurt / Johnny Cash 
72 Looking For You / The Lone Bellow 
73 Lights Out / Angel Olsen 
74 Dying / XTC
75 Horse Comanche / Chadwick Stokes
76 Wish You Were Here / Sparklehorse feat. Tom Yorke 
77 Junimond / Rio Reiser 
78 Pale Blue Eyes / The Velvet Underground
79 To Wish Impossible Things / The Cure
80 Poor Boy / Nick Drake
81 Rhymes Of Goodbye / Scott Walker
82 Where The Wild Roses Grow / Nick Cave and Kylie Minogue 
83 No Surprises / Radiohead 
84 Soothe Me / Yuck
85 Where I Am / Mighty Oaks
86 So Seltsam Durch Die Nacht / Gisbert Zu Knyphausen
87 Blinken Am Horizont / Niels Frevert 
88 Bow Out / Eels 
89 Knockin' On Heaven's Door / Bob Dylan 
90 Goodbye Sweet Dreams / Roky Erickson with Okkervil River 
91 The Last Thing On My Mind / Tom Paxton
92 Sometimes it Snows In April / Prince 
93 When You're Dead / Motorpsycho
94 What Are They Doing In Heaven Today / Mogwai
95 Darklands / The Jesus and Mary Chain 
96 Rock 'N' Roll / Elvis Depressedly 
97 Your Song / The Streets 
98 The Man Who Told Everything / Doves
99 You're So Cool, I'm So Freaky / Kate Nash
100 Parallels / Big Thief
101 It Hurts Until It Doesn't / Mothers 
102 Night at Lake Unknown / Conor Oberst
103 In Bloom / Sturgill Simpson
104 No Matter Where We Go / Whitney
105 Suffering / War On Drugs
106 Without You / Tobias Jesso Jr.
107 Everything I Am Is Yours / Villagers
108 Heavy Seas Of Love / Damon Albarn
109 Space in Space / Tiger Love
110 If Not I'll Just Die / Lambchop
111 Nothing Will Change / Sharon Van Etten
112 Almost Like The Blues / Leonard Cohen
113 The Final Frame / Michael Kiwanuka
114 Old Moon / Super 700
115 Bird On The Buffalo / Angus Stone
116 On Blue Mountain / Foxygen
117 Au Revoir / Ja, Panik
118 In The Kingdom / Mazzy Star
119 The Wilhelm Scream / James Blake
120 Spanish Sahara / Foals
121 Romance / Beth Gibbons and Rustin Man 
122 Jesus, etc. / Wilco
123 Dancing In The Dark / Pete Yorn
124 Blasphemous Rumours / Depeche Mode
125 Don't Give Up / Peter Gabriel feat. Kate Bush
126 Reflections Of My Life / Marmalade
127 Alten Resten eine Chance / Element Of Crime
128 I Want To See the Bright Lights Tonight / Linda & Richard Thompson
129 The World Is Yours / Ian Brown
130 Hell Is Round The Corner / Tricky
131 New Life / Jim James
132 Happiness / Jonathan Jeremiah
133 Oh No / Andrew Bird
134 Black Bird / Scott Matthew
135 Honey Bee / Madrugada
136 I Leave Stones Unturned / Unbunny
137 Fuck, I Hate The Cold / Cowboy Junkies
138 No One Is (As I Are Be) / Stephen Malkmus And The Jicks
139 10am, Gare Du Nord / Keaton Henson
140 Life On Mars? (Instrumental) / Jherek Bischoff
141 To The Last / James Blake
142 On The Edge Of A Cliff / The Streets
143 Breakers Roar / Sturgill Simpson
144 Walking with the Beast / Primal Scream
145 The Ghost Who Walks / Karen Elson
146 Over The Hill / Loudon Wainwright III
147 First Love Never Die / SoKo
148 You And I / Wilco
149 Tag Der Toten / Tocotronic
150 Halt Dich An Deiner Liebe Fest / Ton Steine Scherben
151 Chase The Devil / Max Romeo
152 I'm Deranged / David Bowie
153 Out Go the Lights / Spoon
154 Yo Vivré / Celia Cruz
155 That Life / Filthy Boy
156 Le Soleil Est Pres De Moi / Air
157 Tears Dry On Their Own / Amy Winehouse
158 I'm Walking Up To Us / Belle and Sebastian
159 Over The Hillside / The Blue Nile
160 1000 Tränen Tief / Blumfeld
161 In The Darkest Place / Elvis Costello with Burt Bacharach
162 Let's Get Lost / Chet Baker
163 You've Got A Friend / James Taylor
164 What The Fuck Are We Saying? / Lenny Kravitz
165 Bloody Mother Fucking Asshole / Martha Wainwright
166 Creep (Acoustic) / Radiohead
167 Svefn-g-englar / Sigur Rós
168 Was den Himmel erhellt / Tomte
169 Buenas Tardes Amigo / Ween
170 The Boy's Gone / Jason Mraz
171 Rock 'N' Roll / Ryan Adams
172 Together / The Raconteurs 
173 Up On The Roof / Peter Cincotti
174 I've Been High / R.E.M.
175 The Film Did Not Go 'Round / Nada Surf
176 Green Grass Of Tunnel / Múm
177 Everybody Had A Hard Year / März
178 Captain Fantastic And The Brown Dirt Cowboy / Elton John
179 Summer's Almost Gone / The Doors
180 Put The Sun Back / The Coral
181 Drunk On The Moon / Tom Waits
182 Die Devise Der Sterne / Erdmöbel 
183 When The Stars Go Blue / Ryan Adams
184 Piper At The Gates Of Dawn / Van Morrison 
185 One Way Ticket To The Moon / Dave Steward feat. The Secret Sisters
186 Too Hard / Kurt Vile
187 Love You 'Till The End / The Pogues
188 Lost / Owen 
189 Running With The Boys (Midnight Machine Version) / Lights
190 Higher Ground / Blaudzun
191 Imagining My Man / Aldous Harding 
192 The Whole Point Of No Return / The Style Council 
193 Snake Mountain Blues / Colter Wall
194 The Teardrop Collector / Love And Rockets
195 Dry Your Eyes / The Streets
196 Drinks & Money / Andy Ward
197 This World Is Empty (Without You) / The Raveonettes
198 When I Take Out The Garbage At Night / Mount Eerie
199 So This Is Goodbye / Stina Nordenstam  
200 Rock 'n' Roll / Flowerporneos


Hinweis: Ja, der überwiegende Anteil der Songs ist traurig, aber gar nicht nur, weil es der Soundtrack für eine Trauerfeier ist, sondern weil traurige Lieder einfach die schönsten sind :-). Und ja, so lange ich noch nicht vom Stängchen gefallen bin, solange kann der ein oder andere Song durch einen anderen ersetzt werden.

Und es soll sich bitte keiner irgendwie durch den ein oder anderen Song angesprochen fühlen, es sind keine versteckten Botschaften enthalten, es sind einfach Songs, die ich liebe bzw geliebt habe.