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Donnerstag, 26. April 2018

OLD-Shit: VICTOR MALLOY / Lions and Tigers and Bears (2004)

HERZPLATTENREMEBER THAT OLD SHIT
Kategorie: IndiePop / BritPop / Indietronic
Veröffentlichung: 2004

 

Leider musizierten Russ Jones und Kenny MacCracken, alias VICTOR MALLOY, nur für zwei Alben miteinander. Russ Jones versuchte es dann kurzzeitig als Filmemacher ("Dinner with Carlos"), womit er heute sein Geld verdient, konnte ich nicht herausbekommen. Kenny MacCracken ist mittlerweile Fotograf und wohl auf Fashion und Musiker spezialisiert.

Was die beiden Herren aus Brighton 2004 mit ihrem Album "Lions and Tigers and Bears" als musikalisches Vermächtnis hinterließen, ist eines meiner Lieblingsalben-Ever und damit prädestiniert dafür, in dieser Rubrik vorgestellt zu werden, in der ich in unregelmäßigen Abständen Alben vorstelle, bei denen es eine unglaubliche Schande wäre, wenn sie in Vergessenheit gerieten.

Das Album besticht in erster Hinsicht durch seine Geschlossenheit und die fast fühlbare Wärme, die es ausstrahlt. Das liegt zum einen am benutzten Instrumentarium (Gitarren, Mandoline, Banjos) und zum anderen am kreativen Songwriting und ebenso kreativen Umgang mit einem antiquierten Sampler. Wer bei dieser Platte aufmerksam zuhört, und das tut man automatisch, der wird Geräusche erkennen und sich wundern, wie man damit solch wunderbare harmonische Kompositionen hinbekommen kann. Bestes Beispiel dafür, das gesampelte Ping Pong eines Tischtennisballes in "Tallyvan Army" mit einer ganz im Hintergrund agierenden Hau-Auf-die-Kacke-Gitarre.



Die stärksten Songs aber sind die, bei denen Victor Malloy ihre Songwriterfähigkeiten in den Fokus stellen und es deutlich wird, dass hier zwei Traditionalisten mit modernen Mitteln der Popmusik der Sixties und Seventies huldigen. Die Gesangsharmonien variieren zwischen Beatles und Beach Boys können aber auch schon mal an Simon & Garfunkel erinnern, dazwischen immer wieder Bläserparts und unglaublich perfekt passende, eigentlich billige, Synthi-Sounds. So ein seltsames Album kann man nur einmal machen (ausgenommen Mr. E.)  und deswegen liebe ich es.



Anspieltipps: Die "Good-Feeling"-Nummer "A Night in Vegas", das ironisch-melancholische "The Girl in the Hood" und das bezaubernd plätschernde "Love the Rain", welches sicher nur Engländer so hinbekommen können. Nicht zu vergessen, der knisternde Geigenschmachter "Is no one Grateful here" und das manisch-gelangweilte "Elephants in the Playground". Don't forget Victor Malloy!



Tracklist:
01 The Girl In The Hood
02 Love The Train
03 Tallyvan Army
04 Slide
05 Different Time
06 16 Strings
07 A Night In Vegas
08 Radio Municipal
09 Is No One Grateful Here
10 We Could've Been Anything
11 Elephants In The Playground
12 Save It For Someone Who Cares



Mittwoch, 25. April 2018

COACH HOP Made My Day! I Like Taylor Swift!



 

COACH HOP
Homepage: https://coachhop.bandcamp.com/track/i-like-taylor-swift
From: London, Great Britain


Wer mag Taylor Swift, dieses überall multipräsente, nicht gerade übel aussehende 29-Jährige, die wahrscheinlich mehr Platten verkauft hat als alle hier jemals vorgestellten Bands? Seit dem Album "1989" kann ich mit ihr als Sängerin/Künstlerin leben, auch wenn ich das Nachfolgealbum wieder sehr - gäääähn - langweilig fand. Nicht langweilig, sondern witzig - besonders auch den zum Song gehörigen Clip - finde ich "I Like Taylor Swift" aus der Feder, des in London lebenden Amerikaners Charlie Laurence, der sich als COACH HOP ganz frisch in den wilden Rockzirkus begibt. MADE MY DAY!


Montag, 23. April 2018

HEARTS HEARTS Made My Day! Phantom/Island!



 

HEARTS HEARTS
Homepage: http://www.heartshearts.net/
From: Vienna, Austria


Die österreichischen ALT-J melden sich zurück. Ihr Debütalbum "Young" erhielt 2016 viel zu wenig Aufmerksamkeit, aber vielleicht läuft es ja mit dem neuen Album "
Goods / Gods" besser.  Verdient wäre es allemal. Alle Songtitel auf "Goods / Gods" sind zweiteilig und mit einem Schrägstrich versehen, was die Paarelemente in vieldeutige Beziehung zueinander setzt. Die Texte erforschen Doppelsinnigkeiten, Zwischenräume des Lebens, es geht um gemischte Gefühle und moralische Zwiespälte. Oder wie Gitarrist Daniel Hämmerle sagt: "Es geht um ein Denken in Optionen". MADE MY DAY!